Eine strittige Diskussion um die Verwendung von Steuergeldern geht in der Schweiz dem Bürgerentscheid am 3. März um eine Bewerbung um Olympische Winterspiele 2022 voraus.

Bis dahin werden die Olympiapromotoren laut dem renommierten Tagesanzeiger 5,4 Millionen Franken (4,5 Mio. Euro) ausgegeben haben. Die Politik steht der Bewerbung bisher kritisch bis ablehnend gegenüber.

Dass die Abstimmung 5,4 Millionen kosten wird, dementiert der Verein Olympische Winterspiele Graubünden, dem das Kanton Graubünden, die Gemeinden Davos und St. Moritz, der Bund und die Schweizer Sport-Dachorganisation Swiss Olympic angehören.

"Wir haben für den eigentlichen Abstimmungskampf einen sehr tiefen sechsstelligen Betrag budgetiert", sagt Mediensprecher Christian Gartmann, der offenbar hohe PR-Kosten nicht rechnet. Er bekräftigt zudem: "Der Verein garantiert, dass für die Abstimmung keine öffentlichen Mittel verwendet werden."

Swiss Olympic will die Kosten möglichst über Sponsorengelder tragen, doch für den Fall von Finanzierungslücken sagt Silva Semadeni, Präsidentin des Komitees Olympiakritisches Graubünden: "Es liegt auf der Hand, dass am Ende wohl auch Steuergelder für die Kampagne verwendet werden."

Für Rechtsanwalt Daniel Kettiger ist klar, dass der Bund kein Geld für die Abstimmungskampagne zur Verfügung stellen darf, auch nicht über den Verein Olympische Winterspiele Graubünden, Swiss Olympic oder den Kanton: "Andernfalls kann die Abstimmung bei knappem Ausgang vom Bundesgericht kassiert werden."

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