München hatte sich schon für die Olympischen Spiele 2018 beworben © getty

Die Befürworter der Spiele starten ihre Kampagne. Sie werben mit Nachhaltigkeit. Auch die Gegner bringen sich in Position.

München - Die bunten Plakate kleben schon seit einigen Tagen, jetzt ist der Startschuss der Kampagne "OJa!" für die Bewerbung Münchens um die Olympischen Winterspiele 2022 (Bericht) auch offiziell erfolgt.

Die Befürworter haben an diesem Montag auf dem Marienplatz ein überdimensionales Plakat sowie Argumente präsentiert, die die Bevölkerung bei den Bürgerentscheiden am 10. November vom neuen Konzept überzeugen sollen.

"Eine große Chance"

Unter dem Motto "Deine Stimme - Deine Spiele" will das "Team München 22" die Bürger in den vier vorgesehenen Olympia-Standorten München, Berchtesgaden, Traunstein und Garmisch-Partenkirchen zu einem "Ja" bewegen.

"Wir haben eine große Chance, unser Land zu vertreten und einen Wintertraum zu schaffen. Wir müssen eines erreichen: Der Bevölkerung zu sagen: 'Das sind eure Spiele!'", sagte Doppel-Olympiasieger Markus Wasmeier im Ratskeller am Marienplatz.

"Weltfriedensfest für München"

Das "Team München 22" ist ein Zusammenschluss von Unternehmen, Vereinen und Verbänden aus der bayerischen Landeshauptstadt. Außer dem FC Bayern engagieren sich etwa Sky Deutschland, die Münchner Abteilungen der CSU, SPD, FDP und Freien Wähler, der ADAC und die Tourismus-Initiative München (TIM) für die Bewerbung.

Die Münchner werben "in enger Abstimmung mit den anderen drei Regionen" um Zustimmung, sagte TIM-Sprecher Thomas Muderlak.

Die bunten Plakate, die in ihrer Farbgebung an die bei den Spielen 1972 in München erinnern, sollen auch in Berchtesgaden/Traunstein hängen. In Garmisch-Partenkirchen wirbt der Verein "OlympiJa" um Zustimmung.

"Unser Ziel ist, möglichst viele Menschen an die Wahlurne zu bringen - und ein klares Ja für Olympia", sagte Muderlak. Es gehe darum, "ein Weltfriedensfest nach München und in die Region zu holen".

Werben mit Höfl-Riesch und Neureuther

Die Argumente der Gegner nehme man "sehr ernst", betonte Muderlak weiter, der zudem Geschäftsführer der BMW Welt am Olympiapark ist. Er hielt den Kritikern entgegen, dass es "noch nie so nachhaltige Spiele gegeben hat, wie es 2022 der Fall wäre". 84 Prozent der Sportstätten und Gebäude für die Spiele seien bereits vorhanden.

Den Etat der Unterstützer bezifferte Muderlak auf "etwa eine dreiviertel Million bis eine Million" Euro, jedoch "nicht in Geld, sondern in Engagement". Als Beispiel nannte er die Buchhandlung, die ihre Fassade für das 9,5x8,5 Meter große Plakat am Marienplatz zur Verfügung gestellt hatte.

Die Aktion war für die Befürworter der Auftakt der ersten Phase beim Ringen um Zustimmung. In einer zweiten Phase sollen weitere Plakatmotive präsentiert werden. Kurz vor den Bürgerentscheiden werden dann bekannte Wintersportler wie Doppel-Olympiasiegerin Maria Höfl-Riesch oder Slalom-Ass Felix Neureuther für "Olympia dahoam" kämpfen.

"Emotionen, die der Sport bietet, sind durch nichts zu übertrumpfen", sagte Wasmeier. Er habe als Neunjähriger 1972 das Olympische Feuer als "Magnet" erlebt, "das mich motiviert hat. Ich will, dass wir alle miteinander dieses Feuer spüren."

Bewerbungsschluss im November

Doch auch die Gegner haben erste Schritte unternommen, um die Bewerbung zu Fall zu bringen, noch ehe diese offiziell eingereicht wurde. Am Dienstag kommt es unter dem Motto "OlympJa - NOlympia" in Traunstein zu einer Podiumsdiskussion.

Ähnliche Veranstaltungen in den anderen vorgesehenen Olympia-Orten sollen folgen, darunter eine Pressekonferenz am 29. Oktober in München mit dem Grünen-Politiker Ludwig Hartmann, einem Gesicht der Gegen-Bewegung.

Die Bewerbung um die Winterspiele muss bis zum 14. November beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) vorgebracht werden, so die Bürger sie denn wollen.

Bis zum 14. März müssen die Bewerbungsdokumente eingereicht sein. Über die Vergabe der Spiele entscheidet das IOC unter seinem neuen Präsidenten Thomas Bach am 31. Juli auf seiner Session in Kuala Lumpur/Malaysia.

Weiterlesen