Der SPD-Sportpolitiker Martin Gerster hat nach ersten Einblicken in die Zielvereinbarungen des deutschen Sports den geheimen Umgang mit den Akten kritisiert.

"Ich kann beim besten Willen nicht erkennen, was eine solche Geheimniskrämerei rechtfertigt. Auch eine Gefährdung Dritter sehe ich durch die Veröffentlichung nicht", sagte Gerster.

Er durfte - wie alle Sportpolitiker des Deutschen Bundestages auch - die Akten im Beisein von Vertretern des Bundesinnenministerium (BMI) am Mittwoch erstmals einsehen.

"Es war schwierig, die Einsicht zu bekommen. Da ist es leichter, einen Bericht vom Bundesnachrichtendienst über die Geldwäsche in Zypern zu erhalten", stichelte der Oppositionspolitiker.

Über die Zielvereinbarung und die Spitzensport-Förderung hatte es während und nach den Olympischen Spielen in London eine breite Debatte gegeben.

Wie erst während der Spiele bekannt wurde, waren für London 28 deutsche Siege und 86 Medaillen angepeilt worden. Heraus kamen am Ende nur 11 Siege und 44 Medaillen.

Auch für die Winterspiele in Sotschi 2014 stehen die Vereinbarungen fest. Deutschland hofft auf 40 Medaillen, 17 davon sollen goldene sein. Über die Medaillenziele für Olympia 2016 wird derzeit zwischen den Verbänden und dem DOSB beraten.

"Ich hoffe, dass es dann mehr Transparenz gibt. Die Andeutungen des DOSB und des BMI, mehr Öffnung zu wagen, kann ich nur begrüßen", sagte Gerster.

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