Auch die deutsche Traditions-Sportart Hockey stand am Dienstag in Lausanne vor dem Aus für Olympia 2020. Erst in der letzten Runde rettete sich die Sportart, in der nur Indien (8) in der Geschichte der Sommerspiele mehr Goldmedaillen als Deutschland gewann, bei der Abstimmung in der Exekutive des Internationalen Olympischen Komitees (IOC).

Während IOC-Präsident Jacques Rogge kein Votum abgab, waren in der letzten Runde von 14 Exekutiv-Mitgliedern jeweils drei für den Ausschluss von Hockey und Modernem Fünfkampf. Acht stimmten gegen Ringen, das damit aus dem Kreis der 26 Olympia-Kernsportarten für 2020 gestrichen wurde.

Vorerst zumindest, denn bei der nächsten Exekutivsitzung Ende Mai in St. Petersburg erhält Ringen die Chance, zusammen mit Karate, Sqash, Baseball/Softball, Klettern, Rollersport, Wakeboard und Wushu erneut zu kandidieren.

Das 15-köpfige Gremium kann dann der 125. IOC-Session im September in Buenos Aires eine oder auch mehrere Sportarten zur Aufnahme empfehlen.

Integriert ins Programm für 2020 (Entscheidung zwischen Tokio, Madrid und Istanbul) wird letztlich nur eine Sportart.

Würde die Session mit ihren rund 110 Mitgliedern sich am Ende für einen Verbleib des Ringens entscheiden, würde sie sich erstmals über ein Votum der Exekutive hinwegsetzen - auch wenn dies in St. Petersburg modifiziert würde.

In Lausanne waren nach einem Katalog mit 39 Kriterien insgesamt fünf Sportarten vom Ausschuss aus dem Kernprogramm bedroht.

Zuerst rettete sich Kanu, weil nur drei von 14 Exekutiv-Stimmen für den Ausschluss dieser Sportart plädierten, jedoch sechs für die Eliminierung von Hockey und fünf für Modernern Fünfkampf.

In der nächsten Runde votierte niemand für den Ausschluss von Taekwondo, doch Ringen (6), Moderner Fünfkampf (5) und Hockey (3) mussten in die Endausscheidung. In der sprachen sich acht Exekutiv-Mitglieder gegen Ringen aus, je drei gegen Modernen Fünfkampf und Hockey.

Kritik rief in Lausanne hervor, dass Juan Antonio Samaranch junior, Sohn des früheren IOC-Präsidenten, als Vizepräsident des Weltverbandes für Modernen Fünfkampf (UIPM), als Exekutiv-Mitglied abstimmen durfte.

Er ist im 15-köpfigen Gremium der Einzige, der zur Führung eines betroffenen Fachverbandes gehört. Präsident der UIPM ist seit 20 Jahren Klaus Schormann, zugleich Chef des Deutschen Verbandes der Modernen Fünfkämpfer.

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