Trotz spürbar sinkender Leidensfähigkeit will der zweimalige Diskus-Weltmeister Robert Harting unbedingt zu den Olympischen Spielen 2016 nach Rio de Janeiro.

"Der Medaillenabdruck muss ja auf die Haut gebrannt werden", sagte der 28-Jährige der "Welt am Sonntag". Er hoffe, dass er sich mit der Medaille an den brasilianischen Strand legen kann "mit einem riesengroßen Abdruck auf der Brust - und rechts und links daneben einen riesigen Sonnenbrand", meinte Harting weiter.

Der Olympiasieger von London macht aber keinen Hehl daraus, dass ihn die Schmerzen im 2011 operierten Knie nicht kalt lassen. Harting: "Meine Belastungsfähigkeit im Training ist nach wie vor hoch. Aber diese extreme Schmerzverträglichkeit, die ist zwar da, aber sie wird von Jahr zu Jahr auch schwächer. Du weißt, was auf dich zukommt, das ist das Schlimmste."

Zuletzt war das Knie des Berliners, der mit der Diskuswerferin Julia Fischer liiert ist, sechs Wochen lang mit Bestrahlungen behandelt worden.

"Erst in ein paar Wochen, nach den ersten Trainingseinheiten, werde ich ein bisschen schlauer sein, ob es was gebracht hat", sagte Harting, dessen Bekanntheitsgrad sich durch seinen Olympiasieg in London enorm gesteigert hat.

Er habe dadurch "ein Stück Freiheit verloren", sagte der Europameister, der in diesem Zusammenhang auch die Erfindung des Fotohandys verflucht: "Es gibt keine klassischen Autogramme mehr. Fast alle machen jetzt Fotos."

Harting fühlt sich als "Gefangener der Situation", wenn es um seine Stellung in der Öffentlichkeit geht.

"Ich könnte mich beispielsweise aus allen medialen Dingen rausziehen, dadurch verlierst du aber auch eine Präsenz, was sich wiederum wirtschaftlich bemerkbar machen kann. Du kannst was ändern, würdest dadurch aber auch die ganzen Umstände verändern", erklärte Harting seine persönliche Zwickmühle.

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