Während der Spiele stehen in den Fabriken ab 17 Uhr die Bänder still © getty

Um Smog und Stauprobleme zu vermeiden, soll in Pekings Betrieben während der Olympischen Spiele weniger gearbeitet werden.

Peking/Berlin - Späterer Arbeitsbeginn, früherer Feierabend: Peking verkürzt vor den Olympischen Spielen die Arbeitszeiten, um die Umweltverschmutzung und das Stauproblem besser in den Griff zu bekommen.

Wie die Regierung mitteilte, wurden staatliche Unternehmen angewiesen, nur noch von 9.00 Uhr bis 17.00 Uhr arbeiten zu lassen - zwei Stunden weniger als üblich.

Gleitzeit und die Möglichkeit, zuhause zu arbeiten, sollen Verkehrsstaus und den Smog über der Olympiastadt etwas eindämmen. Die Maßnahmen sollen ab dem 20. Juli greifen und sind auf zwei Monate begrenzt. Am 20. Juli werden auch drei zusätzliche U-Bahn-Linien in Betrieb genommen, die ebenfalls für eine Entzerrung in der Rush Hour sorgen sollen.

IOC-Vize mahnt Achtung der Menschenrechte an

Unterdessen bleibt für IOC-Vize Thomas Bach Chinas Verhältnis zu den Menschenrechten kurz vor den Sommerspielen ein Kernproblem. "Ihre Achtung ist in China noch nicht ausreichend", sagte der er im Interview mit der Zeitung "Die Welt". Mehr zum Thema

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Das Internationale Olympische Komitee gehe aber weiter davon aus, dass das Land während der Spiele alle Zusagen einhalten werde, zu denen es sich als Gastgeber verpflichtet habe. Dies gelte insbesondere in Bezug auf die Bewegungsfreiheit der rund 20.000 Berichterstatter.

Schon jetzt gebe es Interviews mit Dissidenten, wie sie zuvor nicht möglich waren.

"Spiele müssen politisch neutral sein"

Für die Sportler gebe es überall "vollkommene Freiheit der Meinungsäußerung, wenn der Athlet es will", selbst in den Mixed Zonen unmittelbar nach dem Wettkampf, betonte Bach.

"Politische Manifestationen" seien dagegen nicht erlaubt, dazu zähle auch das Tragen von Armbändern mit entsprechenden Botschaften: "Die Spiele sind das einzige Weltereignis mit 205 Nationen unter einem Dach. Sie müssen politisch neutral sein, um überleben zu können."