DOSB-Präsident Alfons Hörmann bekommt bei den Olympia-Bewerbungen für 2024 und 2028 Gegenwind
Alfons Hörmann will "kein neues Papier", sondern mehr Umsetzungen sehen © getty

DOSB-Präsident Alfons Hörmann hat für die Reform des Spitzensports mehr Tempo gefordert und interne Abläufe hart kritisiert.

"Im deutschen Sport wird an vielen Stellen nicht gestaltet, sondern verwaltet", sagte Hörmann zum Abschluss der dreitägigen Bundestrainer-Tagung in Leipzig.

In den 98 Mitgliedsorganisationen des DOSB werde viel erkannt, aber nicht immer auch vieles umgesetzt, sagte Hörmann: "Wir haben kein Erkenntnis-, sondern ein Umsetzungsproblem. Wir brauchen nicht wieder ein neues Papier, lassen Sie uns anpacken."

Als Beispiel nannte der 53-Jährige die anhaltende Debatte um die unzureichende Trainerausbildung in Deutschland. Angesichts des großen Mangels an guten Übungsleitern sei es wichtig, dass der Bachelor-Abschluss an der Trainer-Akademie in Köln endlich eingeführt werde. Hörmann machte das Thema zur Chefsache:

"Ich verspreche Ihnen, bis zur Mitgliederversammlung im Dezember ist dieses Problem gelöst."

Allerdings seien nicht nur interne Strukturen für den Reformstau verantwortlich. Auch die Verhältnisse zu Bund und Ländern sorgen traditionell für Schwierigkeiten.

"Wir müssen in diesem Bereich endlich Schnittstellen in Nahtstellen umwandeln", forderte Hörmann.

Der DOSB-Präsident machte klar, dass er nach dem mäßigen Abschneiden bei Olympia in Sotschi nicht an einen schnellen Aufschwung glaube.

"Wir können nicht alle Schwachstellen in den nächsten vier Jahren lösen. Das ist keine Frage des Fingerschnippens. Ich denke, es dauert eher acht bis zwölf Jahre. Und wenn wir nichts verändern, wird sich die Abwärtsspirale fortsetzen", sagte der DOSB-Chef.

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