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DOSB-Präsident Alfons Hörmann sieht knapp 25 Jahre nach der deutschen Einheit mit Sorge "schärfer werdende Trennlinien" zwischen Ost und West.

Es seien "noch immer nicht alle Unterschiede ausgeglichen", im Gegenteil, "nach vielen Gesprächen nach Sotschi" habe er das Gefühl, "dass die Stützpunkte wieder mehr auseinanderdriften", sagte Hörmann in der 7. Kölner Sportrede im historischen Rathaus der Domstadt am Dienstag.

"Die Einheit des Sports gerät in Gefahr auseinanderzubrechen. Schärfer werdende Trennlinien zwischen Bundesländern oder Sportarten müssen sofort gestoppt werden", ergänzte Hörmann. Unterstützung bekam er von DOSB-Generalsekretär Michael Vesper.

"Der Präsident absolviert gerade ein unglaublich intensives Gesprächsprogramm bei vielen Verbänden und Institutionen und verschafft sich so einen authentischen Eindruck über die Problemlage", sagte Vesper dem SID: "Das ist Grundlage seines Arbeitsprogramms, und diese Eindrücke hat er transportiert. Wir nehmen die Sache sehr ernst."

Bei den Olympischen Spielen waren solche Probleme vor allem im Bob- und Schlittenverband für Deutschland (BSD) zutage getreten. Rodlerin Tatjana Hüfner hatte dort unmittelbar nach ihrem Silberrennen angeprangert, ihr seien vom Verband "Steine in den Weg gelegt" worden. Sie hatte sich gegenüber Olympiasiegerin Natalie Geisenberger (Miesbach) benachteiligt gefühlt.

Anschließend war von einem Ost-West-Konflikt innerhalb des BSD die Rede gewesen. "Seitdem hat sich nicht viel getan. Bis heute habe ich noch keine Antworten auf die vielen Fragen bekommen, die ich da aufgeworfen habe", hatte Hüfner Anfang Mai erklärt.

"Es existiert eine Schieflage zwischen den Stützpunkten in Sachsen, Oberhof und Winterberg auf der einen sowie Berchtesgaden auf der anderen Seite", hatte auch der mittlerweile zurückgetretene viermalige Weltmeister David Möller gesagt: "Dies betrifft sowohl die personelle als auch die finanzielle Ausstattung."

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