Der Streit zwischen Bund und Ländern um die Sportförderung in Deutschland wird anscheinend auch zur Gefahr für den Schulsportwettbewerb "Jugend trainiert für Olympia".

"Es stellt eine riesengroße Bedrohung dar, wenn der Bund aus der Finanzierung aussteigt. Wir machen uns große Sorgen", sagte der baden-württembergische Kultusminister Andreas Stoch, Kuratoriums-Vorsitzender der ausrichtenden Deutschen Schulsportstiftung.

Zwar sei die Finanzierung für das diesjährige Bundesfinale in Berlin durch Rücklagen noch gesichert, die Austragung im kommenden Jahr allerdings nicht.

Bis Mitte 2014 muss die Finanzierung stehen, sonst droht das Aus.

Im kommenden Haushalt sieht der Entwurf des Bundesinnenministeriums vor, den bisherigen Etat für "Jugend trainiert für Olympia" um 350.000 Euro zu kürzen.

Am Mittwoch hatte der Sportausschuss des Deutschen Bundestages einen Antrag der Grünen, dies zurückzunehmen, abgelehnt.

"Jugend trainiert für Olympia ist eine Ländersache. Unser Schritt war lange bekannt. Das Programm steht nicht vor dem Aus", hatte die Sportausschuss-Vorsitzende Dagmar Freitag gesagt.

Hintergrund der Entscheidung ist der seit Jahren schwelende Streit über die Finanzierung der Nationalen Anti Doping Agentur, dort bleiben die Bundesländer hinter ihren bei der Gründung gemachten Zusagen zurück.

Zuletzt wurde die Etatkürzung allerdings mit den unterschiedlichen Zuständigkeiten erklärt.

Nach Meinung Stochs sei das Argument der Trennung zwischen Leistungs- und Breitensport allerdings vorgeschoben, die Argumentation des Bundes nicht schlüssig.

"Wir können nicht auf dem Rücken von mehreren Hunderttausend Schülern die Diskussionen von Bund und Ländern über den Anti-Doping-Kampf austragen. Das funktioniert so nicht", sagte Stoch.

Auch eine Aussetzung des Wettbewerbs für ein Jahr ist für Stoch keine Option: "Dann habe ich die Befürchtung, dass er dauerhaft Schaden nimmt und es vielleicht nie wieder ein Bundesfinale geben kann."

Hier gibt es alles zu Olympia

Weiterlesen