Der norwegische Sport hofft trotz des Neins der Regierungspartei FRP zu Olympia 2022 weiter auf Winterspiele in der Hauptstadt Oslo.

"Für uns zählt weiter der alte Fahrplan. Es wäre doch sehr seltsam, wenn eine Partei ein Vetorecht gegen alle anderen ausüben könnte. Es ist immer noch das Ziel des Sports, dass das Gesuch um eine Staatsgarantie im Parlament behandelt wird", sagte Norwegens oberster Sport-Funktionär Birre Rognlien der Tageszeitung "Verdens Gang".

Nach dem Nein der Fortschrittspartei, die mit der konservativen Híyre von Ministerpräsidentin Erna Solberg eine Minderheitsregierung bildet, steht "Oslo 2022" seit Sonntag vor dem Aus.

Rognlien hatte deshalb für Montag eine Dringlichkeitssitzung des Norwegischen Sportbundes einberufen. "Wir haben nicht die Fortschrittspartei um die Staatsgarantie ersucht, sondern das ganze politische Norwegen. Deshalb erwarten wir, dass alle Parteien sich damit befassen - und das muss im Parlament geschehen", sagte Rognlien.

Die Bürgschaft des Staates für die Spiele soll sich auf 34 Milliarden Kronen (rund vier Milliarden Euro) belaufen.

Dass Solbergs Regierung sich über das Votum der FRP hinwegsetzen wird, gilt als wenig wahrscheinlich.

Zumal die Haltung der Norweger Olympia gegenüber jüngsten Umfragen zufolge eher ablehnend ist.

Bei einer Volksbefragung in Oslo hatte es im vergangenen September noch eine knappe Mehrheit für eine Bewerbung gegeben.

Neben Oslo haben Krakau (Polen), Almaty (Kasachstan), Lwiw (Ukraine) und Peking (China) Interesse an den Winterspielen 2022. Alle fünf Städte haben sich formal beworben.

Die Entscheidung fällt am 31. Juli 2015.

Weiterlesen