DOSB-Präsident Alfons Hörmann bekommt bei den Olympia-Bewerbungen für 2024 und 2028 Gegenwind
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Der neue DOSB-Präsident Alfons Hörmann muss sich vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf verantworten. Drei Tage nachdem der 53 Jahre alte Unternehmer als Nachfolger von Thomas Bach zum Chef des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) gewählt worden war, bestätigte die Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf die Eröffnung eines Hauptverfahrens wegen Verstoßes gegen das Kartellrecht.

Oberstaatsanwalt Holger Schönwitz erklärte: "Die Generalstaatsanwaltschaft hat sich den Vorwurf des Bundeskartellamts zu eigen gemacht und verfolgt diesen weiter."

Bestätigt das OLG den Spruch des Kartellamts, müsste Hörmann 150.000 Euro zahlen, sein früheres Unternehmen aus der Tondachziegelbranche, die Creaton AG, rund 66 Millionen Euro. Schönwitz: "Die Geldbuße, die das OLG gegen Herrn Hörmann aussprechen kann, könnte bis zu einer Million Euro betragen."

Hörmann, langjähriger Chef des Deutschen Ski-Verbandes (DSV), hat den Vorwurf des Kartellrechts-Verstoßes stets zurückgewiesen. Er sei zu seiner Zeit bei der Creaton AG an keiner Preisabsprache beteiligt gewesen. Das Kartellamt hatte mehreren Firmen aus der Tondachziegelbranche, darunter auch der Creaton AG mit dem damaligen Vorstandsvorsitzenden Hörmann, 2008 "wettbewerbsbeschränkende Absprachen" vorgeworfen.

Vor Hörmanns Wahl hatte der Corporate-Governance-Beauftragte Jürgen Thumann dem DOSB-Präsidium "nach eingehender Prüfung und intensiver Erörterung" bestätigt, dass dieses Thema keinerlei Auswirkungen auf dessen Kandidatur habe. Eine interne Prüfung des Deutschen Skiverbandes (DSV), dem Hörmann noch bis 29. Dezember vorsteht, hatte ihn ebenfalls entlastet.

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