Alfons Hörmann ist seit Dezember 2013 Präsident des DSOB
Alfons Hörmann soll am 7. Dezember zum DOSB-Präsidenten gewählt werden © imago

DOSB-Generaldirektor Michael Vesper hat die Kritik mehrerer renommierter deutscher Doping-Bekämpfer am designierten DOSB-Präsidenten Alfons Hörmann entschieden zurückgewiesen.

"Er hat keinen undiffenzierten Blick auf die Anti-Doping-Bekämpfung. Alfons Hörmann steht an der Seite derer, die Doping ohne Wenn und Aber bekämpfen wollen", sagte Vesper am Donnerstagabend nach einer DOSB-Präsidiumssitzung in Wiesbaden.

Anlass der Attacken waren Aussagen Hörmanns in einem Interview anlässlich der DOSB-Präsidentenwahl am Samstag in Wiesbaden, die den Verdacht nahe legen, dass der 53-Jährige die Dopingproblematik in Deutschland als wenig alarmierend wertet.

Der Nürnberger Pharmakologe Fritz Sörgel sprach daraufhin von einer "fatalen Fehleinschätzung" Hörmanns.

Hörmann hatte in dem Interview gesagt, dass der Anti-Doping-Kampf auf seiner Agenda ganz oben stehen werde. Der noch amtierende Präsident des Deutschen Skiverbandes meinte aber auch, man könne die geringe Aufklärungsquote der Nationalen Anti Doping Agentur (NADA) auch positiv dahingehend interpretieren, dass sich "deutsche Sportler das Risiko eines Dopingvergehens einfach nicht mehr leisten können".

Er sei nicht blauäugig, sei aber auch überzeugt, "dass sich unsere Athleten, Trainer und Ärzte dem Thema Anti-Doping klar und deutlich verschrieben haben. Sonst würde ich dieses Thema anders beurteilen".

Den Heidelberger Molekularbiologen Werner Franke erzürnte vor allem Hörmanns positive Wertung der niedrigen Aufklärungsquote der NADA. "Hörmann hat keine Ahnung. Was er sagt, ist blanker Unsinn, das beweisen schon die Erkenntnisse aus den Skandalen an der Uni Freiburg", sagte Franke.

Sörgel hält Hörmanns Aussagen für "naiv und entlarvend. Einen wahren Fortschritt können wir von ihm offensichtlich nicht erwarten."

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