Thomas Bach ist seit September 2013 IOC-Präsident © getty

Mehr Trendsport im Sommer, mehr Möglichkeiten für Olympia-Bewerber, mehr Wettbewerbe für Frauen: IOC-Präsident Thomas Bach plant umfangreiche olympische Reformen.

"Das olympische Programm erfordert mehr Flexibilität, damit sich auch andere Sportarten integrieren können", sagte der 59-Jährige im Gespräch mit der französischen "L'Equipe".

Man müsse das Programm der Spiele stets ausgewogen zwischen Tradition und Fortschritt gestalten: "Dies ist möglicherweise der Moment des Fortschritts."

Dieser sei bei den Winterspielen bereits erfolgt, bei den Sommerspielen noch nicht.

"Das wird kein leichter Prozess", sagte Bach.

Er habe darüber bereits im Vorfeld seiner Wahl im September mit vielen IOC-Mitgliedern und Präsidenten der Fachverbände gesprochen und habe den Eindruck, dass alle der Meinung seien, dass sich etwas ändern müsse: "Das ist schon mal ein erster wichtiger Schritt."

Bei den Überlegungen gebe es zwei wichtige Grenzen zu beachten: "Die Anzahl der teilnehmenden Athleten und die Anzahl der Wettkampfstätten. Dagegen macht es keinen Unterschied, ob nun in 302 oder in 305 Wettbewerben Medaillen vergeben werden."

Man könne neue Disziplinen oder auch neue Sportarten in das Programm der Sommerspiele integrieren.

"Ich habe die Idee, dass man mit Mixed-Wettbewerben etwas mehr für die Frauen tun könnte", sagte Bach.

Auch das Prozedere der Vergabe Olympischer Spiele will der Wirtschaftsanwalt aus Tauberbischofsheim verändern.

"Im Moment stellt man den Bewerbern 300 Fragen an immer dieselben Gremien, die in absoluter Einigkeit immer dieselben Antworten geben", sagte der IOC-Präsident.

Man müsse den Kandidaten mehr Möglichkeiten geben, kreativ zu werden: "Man muss sie fragen, wie sich die Spiele in das soziale Gefüge ihrer Gesellschaft und ihr Umfeld eingliedern werden, wie Olympia ihre Stadt, ihre Region, ihr Land verändern wird."

Das alles zu realisieren, werde nicht einfach, aber "es ist alle Mühe wert, weil sich die Welt verändert hat und wir dem Rechnung tragen müssen".

Am kommenden Dienstag sitzt Bach in Lausanne erstmals einer Sitzung der IOC-Exekutive vor.

Danach will das Gremium in Montreux vier Tage lang in Klausur gehen und über drängende Fragen wie die Modernisierung des olympischen Programms oder Bewerbungskritierien für mögliche Olympia-Gastgeber beraten.

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