Alfons Hörmann ist Chef des Deutschen Ski-Verbandes © getty

Dem Nachfolger von Thomas Bach droht eine hohe Geldbuße: Noch vor seiner Wahl zum Präsidenten des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) am Samstag in Wiesbaden könnte Alfons Hörmann Gewissheit erhalten, ob in Kürze ein Hauptverfahren wegen Verstoßes gegen das Kartellrecht eröffnet wird.

Der Düsseldorfer Oberstaatsanwalt Holger Schönwitz, der den Namen Hörmann nicht kommentierte, sagte am Montag: "Ich werde Ende der Woche noch einmal mit dem Dezernenten des Kartellamtes sprechen, um in Erfahrung zu bringen, ob die Prüfung abgeschlossen ist."

Hörmann, langjähriger Chef des Deutschen Ski-Verbandes (DSV), weist den Vorwurf des Kartellrechts-Verstoßes zurück. Er sei zu seiner Zeit bei der Creaton AG an keiner Preisabsprache beteiligt gewesen. Laut des Nachrichtenmagazins "Spiegel" hat das Kartellamt mehreren Firmen aus der Tondachziegelbranche, darunter auch der Creaton AG mit dem damaligen Vorstandsvorsitzenden Hörmann, 2008 "wettbewerbsbeschränkende Absprachen" vorgeworfen und gegen die Unternehmen Bußgelder in Höhe von 188 Millionen Euro verhängt.

Falls nicht Ende der Woche Klarheit über eine mögliche Einstellung der Prüfung oder aber die Eröffnung eines Verfahrens vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf erzielt wird, ist laut Oberstaatsanwalt Schönwitz "in ein bis zwei Wochen" mit einer Entscheidung zu rechnen. Denn es drängen Verjährungsfristen. Laut Schönwitz richten sich die Vorwürfe gegen drei juristische und zwei natürliche Personen.

Laut der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" sah sich die damals von Hörmann geleitete Creaton AG nach einer Durchsuchung vor fünf Jahren mit einer Forderung von 66 Millionen Euro konfrontiert.

Sie bildete 2008 für den Fall eines Bußgeld 15 Millionen Euro Rücklagen, erhob jedoch Einspruch und begründete den Preisanstieg mit höheren Energiekosten. Nach Darstellung des Bundeskartellamtes räumten andere Firmen die Vorwürfe ein. Hörmann, inzwischen alleiniger Geschäftsführer der Hörmann-Holding, einer Unternehmensgruppe mit 25 Firmen, hatte die Creaton AG 2010 verlassen und sagte der "FAZ":

"Ich habe seit fünf Jahren vom Verfahren nichts mehr gehört und hoffe auch nichts mehr zu hören. Das Verfahren bearbeitet die Etex, die Brüsseler Mutter. Ich habe den gut akzeptablen Status, dass wir aus meiner Sicht in jeder Hinsicht schadlos gehalten werden."

Der 53 Jahre alte Unternehmer ist am Samstag bei der Mitgliederversammlung des DOSB in Wiesbaden der einzige Kandidat für die Nachfolge von Thomas Bach. Der zum Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees gewählte Fecht-Olympiasieger von Montreal 1976 war im September von seinem DOSB-Amt zurückgetreten. Übergangspräsident ist bis Samstag der Kölner Hans-Peter Krämer.

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