Thomas Bachs härtester Widersacher im Kampf um das IOC-Präsidentenamt, Finanzchef Richard Carrion, ist nach seiner gescheiterten Kandidatur von allen Ämtern zurückgetreten.

Der Banker aus Puerto Rico, seit 2002 Vorsitzender der Finanzkommission im Internationalen Olympischen Komitee (IOC), will damit den Weg frei machen für eine personelle Neuausrichtung, schrieb er dem neuen IOC-Präsidenten.

Auch seine Aufgabe als Chefunterhändler aller TV-Rechte außerhalb Europas und als Mitglied der Koordinierungskommission für die Spiele 2016 in Rio de Janeiro legte Carrion nieder.

Auf Bachs Bitte erklärte sich Carrion bereit, die bereits laufenden TV-Verhandlungen zumindest bis zum Ende der Problemspiele in Sotschi (7. bis 23. Februar 2014) fortzuführen.

Die kommende Sitzung der Finanzkommission im Dezember soll IOC-Vize Ng Ser Miang aus Singapur leiten, teilte die Ringe-Organisation am Mittwoch mit.

Der Cheforganisator der ersten Jugendspiele 2010 in Singapur war mit seiner Bewerbung um den IOC-Chefsessel ebenfalls gescheitert.

Carrion, von 2004 bis 2012 auch in der IOC-Exekutive, will trotz seines Rückzugs reguläres IOC-Mitglied bleiben. Der 60 Jahre alte Finanzexperte, im Wahlfinale um den IOC-Präsidententhron mit 29:49-Stimmen von Bach deutlich geschlagen, hat für das IOC unter anderem den Rekord-TV-Deal mit dem US-Giganten NBC über 4,382 Milliarden Dollar für die Spiele bis 2020 ausgehandelt.

Im Wahlkampf warb Carrion zudem damit, die Reserven des IOC von 100 Millionen auf 900 Millionen Dollar gesteigert zu haben.

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