Entspannung im Konflikt um das russische Anti-Homosexuellen-Gesetz vor Olympia 2014 in Sotschi: Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat am Donnerstag erklärt, die russische Regierung habe nach den Vorfällen bei der Leichtathletik-WM in Moskau noch einmal umfangreiche Garantien gegeben.

"Das Internationale Olympische Komitee hat heute starke schriftliche Zusicherungen seitens der russischen Regierung erhalten, dass jeder willkommen sei bei den Spielen in Sotschi, unabhängig von seiner sexuellen Orientierung", erklärte das IOC.

Russlands stellvertretender Premierminister Dmitri Kozak habe garantiert, das Gastgeberland werde sich strikt an die Olympische Charta halten. Diese verbietet laut IOC "jede Form der Diskriminierung in Bezug auf ein Land oder eine Person aus Gründen der Rasse, Religion, Politik, Geschlecht oder anderes."

Das IOC unterstrich noch einmal: "Die Spiele selbst sollten für alle offen sein, frei von Diskriminierung, und das gilt auch für Zuschauer, Funktionäre, Medien und natürlich Sportler. Wir würden auf das Schärfste gegen jede Bewegung vorgehen, die dieses Prinzip gefährden würde."

Im Juni hatte der russische Präsident Wladimir Putin ein Gesetz zur Bestrafung der Verbreitung von Informationen über Homosexualität an Minderjährige unterzeichnet.

Danach hatte das IOC im Hinblick auf Sotschi bereits umfangreiche Zusagen erhalten. Doch deren Umsetzung war nach Vorfällen während der Leichathletik-WM in Zweifel geraten.

Eine Nagelprobe für Russlands Gesetzteshüter könnte die vor dem Olympiaauftakt (7. bis 23. Februar) geplante Christopher Street Day Parade in dem Schwarzmeerort werden.

Durch eine solche Veranstaltung, die 2013 in Köln fast eine Million Menschen auf die Straße gelockt hatte, soll laut dem Moskauer CSD-Aktivisten Nikolai Aleksejew geprüft werden, wie weit die Zusicherung von Kreml-Chef Putin ernst zu nehmen ist, dass homosexuelle Besucher der Winterspiele Freizügigkeit genießen.

Weiterlesen