Sechs Monate vor den Olympischen Winterspielen in Sotschi bemüht sich Russland, die Kritik an dem umstrittenen Anti-Homosexuellen-Gesetz klein zu halten.

"Ich möchte alle bitten, sich zu beruhigen", sagte Russlands Sportminister Witali Mutko am Freitag im Rahmen einer Pressekonferenz vor der Eröffnung der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Moskau: "Alle Sportler und Sportverbände können davon ausgehen, dass ihre Rechte geschützt sein werden."

Jacques Rogge, scheidender Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), bekräftigte am Freitag das Engagement des IOC für Olympische Spiele frei von Diskriminierung.

"Wir müssen der Olympischen Charta treu bleiben", sagte der 71-jährige Belgier. Sport sei ein Menschenrecht und solle "offen sein für jeden, unabhängig von Rasse, Geschlecht und sexueller Orientierung".

Per Gesetz steht seit Juni in Russland die Verbreitung von Informationen über Homosexualität an Minderjährige unter Strafe.

Das von Staatspräsident Wladimir Putin unterzeichnete Gesetz hatte in den vergangenen Wochen international Zweifel an der Offenheit und den Gastgeberfähigkeiten Russlands bei den Winterspielen aufkommen lassen.

Der neuseeländische Eisschnellläufer Blake Skjellerup sprach sich derweil gegen einen Olympia-Boykott aus, da ein solcher Schritt nur die Athleten selbst bestrafe. Skjellerup gehört zu den Olympioniken, die sich offen zu ihrer Homosexualität bekennen.

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