Ein halbes Jahr vor den Winterspielen in Sotschi hat die russische Regierung ausdrücklich darauf hingewiesen, dass sich auch Olympia-Athleten an das neue nationale Anti-Homosexuellen-Gesetz halten müssen.

Zuvor hatten einige Medien berichtet, das international scharf kritisierte Gesetz werde voraussichtlich während Olympia nicht gelten.

"Niemand verbietet einem Sportler mit einer nicht-traditionellen sexuellen Orientierung, nach Sotschi zu kommen. Aber wenn er auf die Straße geht und Propaganda betreibt, wird er dafür zur Verantwortung gezogen werden", sagte Sportminister Witali Mutko der Nachrichtenagentur "R-Sports" am Donnerstag.

Per Gesetz steht seit Juni in Russland die Verbreitung von Informationen über Homosexualität an Minderjährige unter Strafe. Ausländer, die gegen den Passus verstoßen, können mit umgerechnet rund 120 Euro bestraft werden und unter Umständen für 15 Tage unter Arrest gestellt oder des Landes verwiesen werden.

Das von Präsident Wladimir Putin unterzeichnete Gesetz hatte in den vergangenen Wochen international Zweifel an der Offenheit und den Gastgeberfähigkeiten Russlands bei den Winterspielen aufkommen lassen.

Auch das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatte Russland aufgefordert, Olympioniken nicht zu diskriminieren, und auf die Offenheit des IOC für Athleten "aller Orientierungen" hingewiesen.

Weiterlesen