DOSB-Präsident Thomas Bach hat in der Diskussion um die deutsche Sportförderung der öffentlichen Kritik von Verbänden und Athleten deutlich widersprochen.

"Es herrscht eine große Einigkeit, an den Prinzipien der Leistungssportförderung festzuhalten", sagte Bach anlässlich des Jahrestreffen des Forums Sport der SPD.

Am Dienstag hatte der Deutsche Tischtennis-Bund (DTTB) in einem offenen Brief eine grundlegende Änderung der Leistungssportförderung in Deutschland gefordert. Vor allem die Breitensport-Bedeutung einer Sportart solle stärker gewichtet werden.

"Der Vorschlag ist sehr interessant, da muss man erstmal drauf kommen", sagte Bach süffisant: "Man kommt da drauf, wenn man die Statistiken liest, dass da zufällig dieser Verband etwas mehr Geld bekommen würde."

Der Fecht-Olympiasieger von 1976 betonte zudem, dass auch zukünftig nach Bedarf, Aufwand und Besonderheiten einer Sportart gefördert werden solle. "Da kann ich eben nicht eine Bobbahn mit einer Tischtennisplatte vergleichen", sagte Bach.

Als Grund für die aufkeimende Diskussion sieht der 58-Jährige vor allem finanzielle Gründe. "Ich habe jedes Verständnis dafür, dass jetzt, wo die Mittel insgesamt nicht ausreichen, einige Verbände versuchen, sich zu positionieren, um sich ein größeres Stück vom Kuchen zu erstreiten", sagte er:

"Am Ende wird der Wert des Vorschlags aber nicht an der öffentlichen Lautstärke gemessen, sondern an der Kraft der Argumente."

Auch die Forderung nach einem "deutschen Sportinstitut" nach Vorbild Großbritanniens wies der oberste deutsche Sportfunktionär deutlich zurück.

"Das ist ein wunderbarer akademischer Beitrag, aber auf dem Weg nach Rio 2016 oder 2020 führt er uns nicht weiter", betonte er: "Der Aufbau eines nationalen Insitituts würde mehrere hunderttausend Euro kosten." Auch Vorschlägen von Sportlern wie eine lebenslange Rente oder Steuernachlässe erteilte er eine deutliche Absage.

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