Präsident Clemens Prokop vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) hat Verständnis für die neuerliche Kritik des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) am Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) geäußert.

"Ich glaube, das ist Ausdruck eines allgemeinen Unmutes. Die Verteilungskriterien stehen seit vielen Jahren in der Kritik. Ich finde, es ist Zeit für eine umfassende Diskussion", sagte Prokop.

Für den DLV-Chef kommt die hitzige Debatte nicht überraschend. "Wenn einige Verbände mitbekommen, wieviel andere Verbände erhalten, dann kommt Frust auf", sagte Prokop.

Die öffentliche Diskussion habe allerdings auch Schattenseiten. "Manchmal geht es nur darum, dass ein Verband einen Euro mehr haben will als der andere."

Auch deshalb forderte Prokop eine umfassende Strukturanalyse.

Der DOSB hatte bei seiner Reaktion darauf gedrängt, dass unzufriedene Verbände ihre Vorschläge in die Gremien einbringen sollten. Eine generelle Änderung des Fördersystems ist erst auf der Mitgliederversammlung im Dezember möglich.

Derzeit folgt die Verteilung dem Modell, das 2007 durch eine Mitgliederversammlung verabschiedet worden war.

"Ich glaube nicht, dass wir in dieser Frage bis zur Mitgliederversammlung warten müssen. Der DOSB könnte jetzt schon mit der Strukturanalyse beginnen", sagte Prokop.

Die Hauptversammlung im Dezember sei eigentlich ungeeignet für derlei Reformdebatten, weil dort nach Meinung des DLV-Präsidenten viele andere Punkte auf der Tagesordnung stehen.

Der DTTB hatte am Donnerstag erneut den DOSB angegriffen, weil er sich bei seiner Kritik an der Verteilung der Fördergelder vom DOSB falsch verstanden gefühlt hatte.

Der DOSB warf dem DTTB vor, seine Position für eine stärkere Betonung des Breitensports bei der Förderung nicht in die zuständigen Gremien eingebracht zu haben.

Der DTTB erklärte indes, dass er seit zehn Jahren seine Reformvorschläge eingebracht habe - auch in die zuständigen Gremien.

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