Die Medaillenvorgaben der deutschen Sportverbände für die Olympischen Spiele müssen weiterhin öffentlich sein.

Das Oberverwaltungsgericht Berlin Brandenburg hat eine Beschwerde von Bundesinnenminister Hans Peter Friedrich (CSU) gegen die Veröffentlichung zurückgewiesen. Das Gericht bestätigte einen entsprechenden Bericht der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" (WAZ), die mit ihrer Klage im Juli den Fall ins Rollen gebracht hatte.

Wie das Gericht erklärte, seien die Beschwerden unzulässig gewesen. Ministerium und DOSB hätten gar nicht bestritten, dass der Beschluss zur Veröffentlichung unrecht gewesen sei. Der DOSB hätte innerhalb der Frist von einem Monat eine Begründung für seine Beschwerde schreiben müssen, dies aber unterlassen.

Wie das Gericht ausführte, hätten Ministerium und Bund ihre Ablehnung lediglich damit begründet, dass sämtliche 33 Fachverbände in das Verfahren hätten eingebunden werden müssen. Das sei nicht ausreichend gewesen. Die Kosten des Verfahrens tragen Ministerium und DOSB je zur Hälfte.

Die Offenlegung der Medaillenvorgabe hatten zwei WAZ-Journalisten während der Spiele in London gerichtlich erzwungen. Das BMI weigerte sich jedoch, die Vorgaben zu nennen. Erst als das Gericht mit der Erhebung eines Zwangsgeldes von 10.000 Euro gedroht hatte, gab das für den Sport zuständige Ministerium nach - 16 Minuten vor Ablauf der Frist. Dagegen legten Friedrich und der DOSB erneut Beschwerde ein.

Das Bekanntwerden der Zielvorgaben für die Olympischen Spiele in London hatte in der Öffentlichkeit hohe Wellen geschlagen. Für die deutsche Mannschaft waren insgesamt 28 deutsche Siege und 86 Medaillen angepeilt worden. Tatsächlich kamen am Ende 11 Siege und 44 Medaillen heraus.

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