Die Beachvolleyball-Olympiasieger Julius Brink und Jonas Reckermann haben den hohen Stellenwert des Medaillenspiegels in Deutschland kritisiert und sich für den Ausbau der Sportförderung ausgesprochen.

"Ein Medaillenranking macht keinen Sinn. Wir sollten uns nicht mit Nationen wir China oder den USA vergleichen. Das ist schon allein von der Population her hirnrissig", sagte Brink am Montag: "Die entscheidende Frage ist doch, welche Rolle der Sport in dem jeweiligen Land spielt."

In der Sportförderung sieht er Großbritannien als Vorbild. "In dieser Hinsicht sind uns die Briten komplett überlegen. Dort wird der Sport nachhaltig gefördert", sagte Brink. Als Beispiel nennt er die besseren Ausbildungsbedingungen für Athleten an Universitäten.

"Natürlich fehlt es auch an Geld", sagte Reckermann: "Wo dreimal so viel investiert wird, kommt auch mehr beim Sportler an. In China, den USA und Großbritannien steckt einfach mehr dahinter." Eine Aufstockung der Fördergelder müsse allerdings demokratisch legitimiert sein. "Es gibt in Deutschland genügend Bereiche, in denen Geld benötigt wird", sagte Reckermann.

Deutschland wurde bei den Olympischen Spielen in London mit elf Goldmedaillen Sechster im Medaillenspiegel. Erfolgreichste Nation waren die USA (46) vor China (38) und Gastgeber Großbritannien (29).

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