Nach dem Festhalten des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) am bisherigen Förderkonzept und den umstrittenen Zielvereinbarungen hat die zweimalige Fecht-Europameisterin Imke Duplitzer ihre Kritik erneuert.

"Ich habe nicht ernsthaft damit gerechnet, dass sich etwas ändert. Es wäre ein Wunder gewesen", sagte Duplitzer anlässlich der Veröffentlichung ihres Buches "Helden Haft": "Man sieht, dass sie nicht wollen, und es zeigt, wie entfernt sie vom Sport sind."

Zudem monierte die fünfmalige Olympiateilnehmerin, dass es bisher zu keinem Gespräch mit dem DOSB gekommen sei. "Es herrscht Funkstille", sagte die 37-Jährige.

Duplitzer hatte im Vorfeld der Olympischen Spiele in London in einem Interview zu einem verbalen Rundumschlag ausgeholt und sowohl das deutsche Sportsystem als auch die Führung des DOSB mit Präsident Thomas Bach und Generaldirektor Michael Vesper scharf angegriffen.

Danach hatten sich beide Parteien auf ein Gespräch geeinigt.

In die Diskussion um die Sportförderung unterbreitete die Degenfechterin einen neuen Vorschlag.

"Warum sollen bei Olympia erfolgreiche Sportler nicht im weiteren Verlauf ihres Lebens beispielsweise zwei Prozent weniger Steuern zahlen? Schließlich haben sie vier Jahre lang viel in ihren Sport investiert", sagte Duplitzer.

In der Frage, ob sie ihre sportliche Karriere fortsetzt, hat sich Duplitzer, die gleichzeitig auch Präsidentin ihres Vereins OFC Bonn ist, noch keine abschließende Meinung gebildet. "Es ist noch nichts entschieden."

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