Nach Enthüllungen über einen mutmaßlichen Olympia-Ticketskandal hat der Generalsekretär des Nationalen Olympischen Komitees der Ukraine seinen Rücktritt erklärt. "Wolodmyr Geraschtschenko hat heute sein Amt zur Verfügung gestellt", teilte das NOK am Montag mit.

Der Funktionär soll nach einem Bericht der "BBC" 100 Eintrittskarten für die Sommerspiele in London auf dem Schwarzmarkt angeboten haben.

Auch um einen Schaden für die bevorstehende Fußball-EM zu verhindern, setzte das NOK umgehend eine Untersuchungskommission ein. Geraschtschenko erklärte daraufhin seine Bereitschaft zur Zusammenarbeit.

"Das NOK der Ukraine ist eine von der Regierung unabhängige Organisation und arbeitet nach höchsten ethischen Prinzipien. Es wird diesen Fall mit größtmöglichem Aufwand behandeln", hieß es in der Mitteilung.

Stabhochsprung-Weltrekordler Sergej Bubka, Ukraines NOK-Präsident und Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), hatte bereits in der vergangenen Woche fassungslos auf die Vorwürfe reagiert. "Das ist für uns eine wirklich unangenehme Situation", sagte Bubka am Rande eines Kongresses im kanadischen Quebec und kündigte eine unabhängige Untersuchungskommission an.

Bubka erklärte, dass er über den "BBC"-Bericht hinaus bislang zwar noch nicht viele Informationen erhalten, das IOC und London-Chef Sebastian Coe aber bereits informiert habe. Das ukrainische NOK hat 2900 Tickets erhalten.

In dem "BBC"-Bericht hatte sich ein Journalist als Schwarzmarkthändler ausgegeben und mit Geraschtschenko, der seit 1997 im Amt war, über einen möglichen Ticket-Deal gesprochen. Dabei erklärte dieser, Bargeld als Zahlungsmittel vorzuziehen.

Weiterlesen