Nach seinem Sturz als Ungarns Staatspräsident über das Thema Olympia muss Pal Schmitt nun auch um seine Zukunft im Internationalen Olympischen Komitee (IOC) bangen.

Eine in weiten Teilen abgeschriebene Doktorarbeit zum Thema "Das Programm der Olympischen Spiele in der Neuzeit" führte am Montag zum Rücktritt des 69 Jahre alten Fecht-Olympiasiegers.

IOC-Sprecherin Emmanuelle Moreau bestätigte am Dienstag: "Das IOC will die Unterlagen zu diesem Fall anfordern, sie studieren und dann entscheiden, ob Schritte unternommen werden sollten."

Damit bestätigte sie die Vorgehensweise, die Thomas Bach zuvor angekündigt hatte.

Der deutsche IOC-Vizepräsident, ebenso wie Pal Schmitt Fecht-Olympiasieger (1976), meinte zum Entscheidungsspielraum des IOC: "Der Rücktritt war ein politischer Schritt, das IOC hat andere Regeln."

Schmitt, 1968 und 1972 Mannschafts-Olympiasieger mit dem Degen-Team, hat anscheinend 180 der 215 Seiten seiner Doktorarbeit von 1992 aus der 1987 verfassten Studie des bulgarischen Sportwissenschaftlers Nikolaj Georgijew kopiert, dazu weitere Seiten aus einem Buch des Hamburger Soziologen Klaus Heinemann - jeweils ohne Kennzeichnung und Angabe der Quelle.

Deswegen erkannte ihm am vergangenen Donnerstag der Senat der Semmelweis-Universität (SOTE) in Budapest den Doktorgrad ab. Zu Wochenbeginn gab Pal Schmitt den anschließenden Rücktrittsforderungen aus allen politischen Lagern nach.

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