Ungarns Staatspräsident Pal Schmitt ist über das Thema Olympia gestürzt und muss nun um seine Zukunft im Internationalen Olympischen Komitee (IOC) bangen.

Eine in weiten Teilen abgeschriebene Doktorarbeit zum Thema "Das Programm der Olympischen Spiele in der Neuzeit" führte am Dienstag zum Rücktritt des 69 Jahre alten ungarischen Staatschefs.

Pal Schmitt, 1968 und 1972 Mannschafts-Olympiasieger mit dem Degen-Team, hat anscheinend 180 der 215 Seiten seiner Doktorarbeit von 1992 aus der 1987 verfassten Studie des bulgarischen Sportwissenschaftlers Nikolaj Georgiew kopiert, dazu weitere Seiten aus einem Buch des Hamburger Soziologen Klaus Heinemann - jeweils ohne Kennzeichnung und Angabe der Quelle.

Daraufhin erkannte ihm am Donnerstag der Senat der Semmelweis-Universität (SOTE) in Budapest den Doktorgrad ab. Am Montag gab Pal Schmitt den Rücktrittsforderungen nach.

Auch im IOC ist die Zukunft Schmitts, seit 1983 Mitglied der Weltsport-Regierung, nun ungewiss. "Ich denke, das IOC wird Unterlagen aus Ungarn kommen lassen.

Aber die Entscheidung darüber fällt in Lausanne", sagte Thomas Bach am Dienstag zur Demission Schmitts. Der deutsche IOC-Vizepräsident, als Fechter ebenfalls Olympiasieger (1976), ergänzte: "Der Rücktritt war ein politischer Schritt, das IOC hat andere Regeln."

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