DOSB-Präsident Alfons Hörmann bekommt bei den Olympia-Bewerbungen für 2024 und 2028 Gegenwind
Alfons Hörmann ist zum Nachfolger von Thomas Bach beim DOSB ernannt worden © getty

Der neue DOSB-Präsident muss sich wegen des Vorwurfs der Preisabsprache vor Gericht verantworten. Es droht eine hohe Geldstrafe.

München - Weiter Wirbel um Alfons Hörmann: Der neue DOSB-Präsident muss sich wegen angeblichen Verstoßes gegen das Kartellrecht vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf verantworten.

Der 53-Jährige sieht aber seine Amtsgeschäfte im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) nicht beeinträchtigt: "Die ordnungsgemäße Ausübung des Amtes im DOSB gesichert."

Drei Tage nach Hörmanns Wahl zum Nachfolger des neuen IOC-Präsidenten Thomas Bach im DOSB bestätigte die Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf die Eröffnung eines Hauptverfahrens wegen Verstoßes gegen das Kartellrecht.

Bis zu 1 Million Euro

Oberstaatsanwalt Holger Schönwitz erklärte: "Die Generalstaatsanwaltschaft hat sich den Vorwurf des Bundeskartellamts zu eigen gemacht und verfolgt diesen weiter."

Bestätigt das OLG den Spruch des Kartellamts, müsste Hörmann 150.000 Euro zahlen, sein früheres Unternehmen aus der Tondachziegelbranche, die Creaton AG, rund 66 Millionen Euro.

Schönwitz: "Die Geldbuße, die das OLG gegen Herrn Hörmann aussprechen kann, könnte bis zu einer Million Euro betragen, aber er könnte auch straffrei ausgehen."

Zu einem Millionen-Bußgeld wird es laut Hörmanns Anwalt Alexander Birnstiel nicht kommen. Dieser Betrag stelle nur die Obergrenze des gesetzlichen Bußgeldrahmens für Kartellordnungswidrigkeiten dar und sei nur `eine rein theoretische Erwägung".

Verhandlung 2014

Das OLG bestätigte am Dienstag das Eintreffen der Akte Hörmann: "Es handelt sich hier um ein Kartellbußgeldverfahren, gegen den Bußgeldbescheid des Bundeskartellamtes hat Herr Alfons Hörmann u.a. Einspruch eingelegt."

Nun müssten 2014 Termine für die mündliche Verhandlung bestimmt werden: "Das Verfahren in der sogenannten 'Tonziegelbranche' trägt das Aktenzeichen: V-2 Kart 1/13(OWi)."

Vesper in der Kritik

Kritik zog DOSB-Generaldirektor Michael Vesper auf sich, der zwei Tage vor Hörmanns Wahl gesagt hatte: "Es geht um ein Bußgeld, das sich gegen die Firma richtet und nicht gegen Herrn Hörmann."

DOSB-Pressesprecher Christian Klaue sagte dazu am Dienstag: "Herr Vesper hat sich da versprochen, in anderen Interviews hat er es richtig dargestellt."

"Es hat sich nichts geändert"

Derzeit kann Hörmann, der die Vorwürfe stets bestritt, das Verfahren gegen Zahlung der beantragten Geldbuße noch verhindern.

Er sagt zur Entwicklung: "Durch die Aktenabgabe an das OLG hat sich in der Sache des Ordnungswidrigkeitenverfahrens nichts geändert. Die Mitgliederversammlung hat mich in Kenntnis dieser Faktenlage mit einem klaren und aussagekräftigen Votum gewählt. Das Verfahren werde ich in aller gebotenen Professionalität bearbeiten."

Keine Auswirkungen

Hörmann, noch bis zum 29. Dezember Präsident des Deutschen Ski-Verbandes (seit 2005), erklärt weiter:

"In zwei unabhängig voneinander durchgeführten Prüfungen der Faktenlage durch den Deutschen Skiverband im Jahr 2008 und in den letzten 10 Tagen durch Herrn Jürgen Thumann als Corporate Governance Beauftragter des DOSB wurde klar herausgearbeitet, dass keinerlei Auswirkungen auf die Ausübung von haupt- oder ehrenamtlichen Spitzenpositionen zu erwarten sind."

Gremien entlasten ihn

Hörmann sagt, er sei zu seiner Zeit bei der Creaton AG an keiner Preisabsprache beteiligt gewesen.

Das Kartellamt hatte mehreren Firmen aus der Tondachziegelbranche, darunter auch der Creaton AG mit dem damaligen Vorstandsvorsitzenden Hörmann, 2008 "wettbewerbsbeschränkende Absprachen" vorgeworfen.

Vor Hörmanns Wahl hatte der Corporate-Governance-Beauftragte Jürgen Thumann dem DOSB-Präsidium "nach eingehender Prüfung und intensiver Erörterung" bestätigt, dass dieses Thema keinerlei Auswirkungen auf seine Kandidatur habe.

Auch eine interne Prüfung des Deutschen Skiverbandes (DSV), dem Hörmann noch bis 29. Dezember vorsteht, hatte ihn ebenfalls entlastet.

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