Alfons Hörmann ist neuer Präsident des DOSB - und muss schnell Ergebnisse vorweisen. Im nächsten Jahr ist bereits die Neuwahl.

Man könnte sich angenehmere Begleitumstände einer Wahl vorstellen, sagte Alfons Hörmann vor seiner Wahl zum neuen DOSB-Präsidenten.

Eine Kartellrechtsklage am Hals, unglückliche Aussagen zum Anti-Doping-Kampf in einem Interview, in der Tat legte der Bach-Nachfolger einen Fehlstart hin, noch bevor er überhaupt inthronisiert war.

Und am Samstagmorgen lieferte Hörmann seinen Kritikern neue Nahrung. In einer Abstimmung wandte sich der DOSB gegen die Strafbarkeit des Besitzes von Dopingmitteln.

Der Anti-Doping-Kampf ist eine der wichtigsten Aufgaben, denen sich der neue Präsident widmen muss.

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Aber dadurch, dass sich der DOSB nun schon vor der Amtszeit Hörmanns gegen die Meinung der Hardliner wandte, werden die Fronten verhärtet bleiben.

Die Erfolgsaussichten des ehemaligen DSV-Chefs sind so nicht allzu hoch. Ohnehin erweckte Hörmann den Eindruck ? ob fälschlicherweise oder nicht - dem Thema Doping etwas zu oberflächlich gegenüberzustehen.

Das liegt aber auch an den Grundsätzen, durch die sich Hörmann bei seiner Tätigkeit als Skiverbandspräsident leiten ließ.

Der Allgäuer stand im Zweifel auf Seiten seiner Sportler ? erst recht, wenn sie dem DSV Erfolg brachten.

Eisern verteidigte er beispielsweise im Rahmen der diesjährigen Ski-WM Maria Höfl-Riesch gegen Kritik und watschte ihren Erzfeind Markus Wasmeier öffentlich ab.

Die deutschen Sportler wünschen sich einen solchen Präsidenten. Bei Bach vermissten die Athleten, allen voran Robert Harting, oftmals die Unterstützung.

Außerdem lässt sich Hörmann zunächst von ihm zur Seite stehenden Experten alle wichtigen Details und Frontlagen zu einem Thema liefern, ehe er sich eine Meinung bildet und diese öffentlich kundtut.

Deshalb blieb die Erklärung seiner Ziele für das neue Amt noch sehr vage.

Hat Hörmann sich aber eine Meinung gebildet, dann bleibt er bei dieser und kämpft für sie. Auch vor verbalen Rundumschlägen schreckt er dann nicht zurück.

Auch das kann ein Vorteil im Vergleich zu Vorgänger Bach sein, der es oft allen recht machen wollte.

Der heutige IOC-Präsident hat viel für das internationale Ansehen des deutschen Sports getan. Nun aber geht es darum, die nationalen Aufgaben zu lösen.

Hörmann ist dafür im Prinzip der richtige Mann, aber er muss schneller ins Rollen kommen als sonst.

Denn zunächst dauert seine Amtszeit nur ein Jahr, ehe er sich Ende 2014 der Wiederwahl stellt.

Und wenn er bis dahin keine Ergebnisse in Sachen Anti-Doping-Kampf und Erschließung von Geldern vorweisen kann, dürfte die Ära Hörmann ein einjähriges Intermezzo bleiben.

Sein klassischer Fehlstart, setzt ihn nun noch zusätzlich unter Zeitdruck.

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