Alfons Hörmann ist Geschäftsmann und aktuell DSV-Päsident © imago

Die Spitzenverbände einigen sich als neuen DOSB-Boss überraschend reibungslos auf den 53-Jährigen. Die Wahl soll schnell folgen.

Frankfurt - Ski und Rodel gut an der Spitze des deutschen Sports:

Alfons Hörmann, bisher noch Chef des Deutschen Skiverbandes, wird aller Voraussicht nach neuer Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes.

Der 53-Jährige soll die Nachfolge von Thomas Bach, der vor fünf Wochen zum IOC-Präsidenten gewählt worden war, antreten. Darauf einigten sich die DOSB-Spitzenverbände bei ihrem Treffen in Frankfurt am Main einstimmig.

Sollte alles nach Plan verlaufen, wird Hörmann schon am 7. Dezember bei der DOSB-Mitgliederversammlung in Wiesbaden gewählt.

Einmütige Entscheidung

"Das waren spannende Stunden im Kreis der Fachverbände. Es war eine sehr gute und offene Diskussion. Für mich ist es eine tolle Konstellation, weil die Empfehlung einmütig war", sagte Hörmann nach der Sitzung im Raum "Gold 2" des Lindner-Hotels.

Und ergänzte: "Das war zwar - wie so oft im Leben - nur die erste Etappe. Dennoch ist dieses tolle Votum der Verbände natürlich eine Steilvorlage."

Vor einem Monat hatte Hörmann auf SPORT1-Nachfrage eine Bewerbung noch weit von sich gewiesen. Er fühle sich beim DSV "pudelwohl" und habe "keinerlei Grund, mich als weiterer Bewerber in die Schlange einzureihen".

Fahrplan steht

Ein einhelliges Votum der insgesamt 62 Spitzenverbände würde Hörmann bei der Versammlung eine stabile Mehrheit garantieren. Stimmberechtigt sind dort auch noch die 16 Landessportbünde und 20 Verbände mit besonderen Aufgaben.

Die Spitzen der Landessportbünde treffen sich am 25. und 26. Oktober in Hamburg mit Hörmann. In den beiden Tagen darauf findet die DOSB-Präsidiumssitzung in Frankfurt statt.

"Ich hoffe, dass bis dahin Klarheit herrscht", hatte Interimspräsidenten Hans-Peter Krämer nach seinem Amtsantritt gesagt.

Ehrenamt kein Knackpunkt

Der finanziell unabhängige Hörmann, der keine Probleme mit der Übernahme des unentgeltlichen Ehrenamts haben dürfte, hatte sich zuletzt immer mehr als Favorit auf die Bach-Nachfolge herauskristallisiert.

Aus den Spitzenverbänden waren vermehrt Stimmen laut geworden, die sich für den Unternehmer aus dem Allgäu aussprachen.

Nach anfänglicher Zurückhaltung schloss der mächtige DSV-Boss, der nach eigenem Bekunden in der vergangenen Woche ein "sehr gutes" Sondierungsgespräch mit Krämer geführt hat, auch selbst eine Kandidatur für das höchste Amt im deutschen Sport nicht mehr aus.

Anfängliche Zurückhaltung

Vor einem Monat hatte Hörmann eine Bewerbung noch weit von sich gewiesen.

Er fühle sich beim DSV "pudelwohl" und habe "keinerlei Grund, mich als weiterer Bewerber in die Schlange einzureihen".

Unter anderem waren Ingo Weiss (Basketball) und Christa Thiel (Schwimmen) immer wieder als Kandidaten genannt worden.

Schneeloch gilt als chancenlos

Walter Schneeloch, DOSB-Vize und Präsident des Landessportbundes von Nordrhein-Westfalen, hatte bislang als einziger seinen Hut in den Ring geworfen, gilt aber als chancenlos.

Sollte Hörmann, der im Herbst des vergangenen Jahres einstimmig als DSV-Präsident wiedergewählt worden war, tatsächlich Anfang Dezember berufen werden, wäre die Suche nach einem Bach-Nachfolger überraschend reibungs- und geräuschlos über die Bühne gegangen.

Sogar intern war in den Spitzenverbänden teilweise mit einem Hauen und Stechen gerechnet worden.

Hörmann will Rückendeckung

Hörmann, der den DSV vor sechs Jahren im Gerangel um einen TV-Vertrag mit "RTL" finanziell fast an die Wand gefahren hatte, will vor einem möglichen Amtsantritt allerdings noch die Rückendeckung aus allen Lagern einholen.

Das Votum der Spitzenverbände reicht dem gelernten Einzelhandelskaufmann nicht, unter dem der DSV bei den zurückliegenden Heim-Weltmeisterschaften der Alpinen 2011 in Garmisch-Partenkirchen und der Biathleten 2012 in Ruhpolding Millionen gescheffelt hat.

"Das Vertrauen von Kollegen zu haben, ist natürlich schön. Es ist für mich die Bestätigung, dass meine Arbeit grundsätzliche Wertschätzung genießt", sagte der Geschäftsführer der Hörmann-Gruppe.

Und weiter: "In der schwierigen Situation nach der Ära Bach muss es gelingen, einen Kandidaten oder eine Kandidatin zu nominieren, der oder die von den großen Einrichtungen und dem ganzen deutschen Sport getragen wird."

Politisch und sozial engagiert

Außerhalb des Sports leitet Hörmann den Zusammenschluss von 25 Unternehmen aus den Geschäftsfeldern Ingenieurwesen und Kommunikation.

3500 Mitarbeiter sorgen für einen Umsatz in Höhe von 590 Millionen Euro.

Zuvor war Hörmann Vorstandsvorsitzender des Ziegelherstellers Creaton. Politisch engagiert sich Hörmann als Fraktionsvorsitzender der CSU im Kreistag des Oberallgäu.

Über die Alfons-Hörmann-Stiftung fördert er kulturelle, soziale und kirchliche Projekte in seiner Heimat.

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