Cal Crutchlow will im Rennen mitkämpfen, macht sich aber Sorgen © Ducati

Cal Crutchlow lobt die neue Motorausbaustufe der Ducati als "Rakete" und katapultiert sich in Mugello in die zweite Reihe: Die Renndistanz bereitet aber Sorgen

Zur Freude der Ducati-Fans qualifizierte sich Cal Crutchlow beim wichtigen Heimspiel in Mugello zum ersten Mal in diesem Jahr für die zweite Startreihe. Der Brite war erstmals in dieser Saison im entscheidenden Qualifying konkurrenzfähig und zog Startplatz sechs an Land. Nach den Mühen und der Verletzung zu Beginn seiner Ducati-Karriere war dieses Ergebnis der erste Lichtblick für Crutchlow.

"Es war ein positiver Tag", nickt der 28-Jährige zufrieden. "Die zweite Startreihe ist deutlich besser als zuletzt. Wir haben im Qualifying etwas gefunden." Allerdings ist eine schnelle Runde eine andere Geschichte als die Pace über die Renndistanz. Diesbezüglich hat er noch Sorgen: "Trotzdem ist mein Gefühl nach zwei Runden nicht so gut. Wenn der Grip der neuen Reifen nur ein wenig abbaut, dann wird es sehr schwierig zu fahren."

"Darüber habe ich mich im vierten Training beklagt. Deshalb war ich dort auch nicht schnell. Als wir dann im Qualifying neue Reifen aufgezogen haben, war es viel besser. Wir müssen aber noch an der Abstimmung für das Rennen arbeiten. Wenn uns noch ein Fortschritt gelingt, kann es etwas besser aussehen." Dennoch war Crutchlow zufrieden, denn er war auch schneller als sein Teamkollege und Lokalmatador Andrea Dovizioso.

Im Vorjahr eroberte Crutchlow für Tech-3-Yamaha zwei Pole-Positions. Bei Ducati ist dieses Unterfangen deutlich schwieriger. Somit war Platz sechs sein Maximum. "Meine Platzierung ist sehr gut. Es ist mein bestes Qualifying und meine beste Performance über eine Runde in diesem Jahr. Im Vorjahr konnte ich das an jedem Rennwochenende machen. Ich freue mich jetzt auf das Rennen, denn ich erwarte einen großen Kampf."

"Die Rundenzeiten lagen bei allen im Training eng beisammen. Außerdem wird der Reifenverschleiß eine Rolle spielen. Ich glaube, dass der Hitzeschutz, den Bridgestone in die Reifen eingebaut hat, den Reifen nicht auf optimale Temperatur bringt, denn es ist hier nicht so heiß", schätzt Crutchlow. "Die Situation ist aber für alle gleich."

Crutchlow vom Motor beeindruckt

Positiv wirkte sich die neue Motorausbaustufe aus. Nicht nur Dovizioso, sondern auch Crutchlow ist von der Power beeindruckt: "Es ist zweifellos eine Rakete. Wir haben aber in anderen Bereichen Probleme. Die Ausbaustufe wirkt sich aber nur im fünften oder sechsten Gang aus. Wir verbessern uns also nicht überall. Eigentlich sollte dieses Update den Motor etwas geschmeidiger machen, aber das scheint nicht der Fall zu sein. Nur im fünften und sechsten Gang ist es besser. Das werden wir morgen im Rennen auch brauchen."

Und welches Ziel hat er sich für seinen ersten Italien Grand Prix als Ducati-Werksfahrer gesetzt? "Ich will mitkämpfen". Allerdings ist sich Crutchlow nicht sicher, ob das möglich sein wird: "Es scheint, dass wir die Ducati nur alleine schnell fahren können. Wenn wir jemandem folgen, dann ist es eine Katastrophe. Ich habe also einen guten Plan - das Rennen anführen", lacht der Brite. "Es ist aber nicht so einfach."

"Ich muss lernen, das Motorrad zu fahren und das auch in einer Gruppe umsetzen können. Wenn ich alleine fahre, dann kann ich es umsetzen. Trotzdem habe ich ein gutes Gefühl für das Rennen. Das Team arbeitet hart und wird auch heute lange an der Strecke bleiben." Trotz der kleinen Verbesserungen wartet auf Ducati weiterhin viel Arbeit. Crutchlow kann verschiedene Veränderungen am Motorrad aber nicht spüren. "Ich glaube, dass ich mit jeder Abstimmung die gleiche Rundenzeit fahren und die gleiche Position erreichen würde."

"Mein Motorrad ist komplett anders eingestellt als das von Andrea, aber in Le Mans kamen wir praktisch gleichzeitig ins Ziel." Deshalb fällt Crutchlow die von der Ducati verlangte Fahrweise nicht leicht. "Es ist ein merkwürdig zu fahrendes Motorrad, aber wir haben clevere Leute in unserem Team. Etwas zu verändern, ist aber nicht so einfach."

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