Marc Marquez stellt neue Rekorde auf und verwigt sich in den Geschichtsbüchern © FGlaenzel

Marc Marquez holt sich in Le Mans auch die fünfte Pole-Position der Saison - Für das Rennen erwartet der Weltmeister Gegenwehr von Lorenzo, Rossi und Pedrosa

Folgte der fünften Pole-Position in dieser Saison auch der fünfte Sieg in Folge? Marc Marquez hat in Le Mans seinen Erfolgslauf fortgesetzt und souverän den besten Startplatz erobert. Der Honda-Werksfahrer war im Qualifying klar der Schnellste und hatte fast sieben Zehntelsekunden Vorsprung auf die Verfolger. Inklusive dem Saisonfinale in Valencia 2013 ist Marquez nun seit sechs Qualifyings ungeschlagen. Die Konkurrenz hatte auch in Le Mans nicht den Hauch einer Chance.

Aufgrund der Ausgangsposition ist Marquez auch in Frankreich der große Favorit für den Sieg. "Das war natürlich interessant, weil ich diese Rundenzeit nicht erwartet hatte", meint der Spanier nach dem Qualifying bescheiden. In den Freien Trainings dominierte er nicht so deutlich, erst als es zählte. "Ich fühlte mich sehr gut und spürte das Potenzial des neuen Reifens. Gestern konnte ich ihn in der ersten Runde nicht komplett nutzen. Ich glaube, das war der Hauptgrund für diese unglaubliche Rundenzeit."

Allerdings sind Qualifying und Rennen zwei Paar Schuhe. Auch wenn das Yamaha-Werksteam Jorge Lorenzo und Valentino Rossi sowie Honda-Teamkollege Dani Pedrosa nicht von vorderen Plätzen starten werden, hat Marquez die beiden Spanier und Rossi auf der Rechnung. "Dennoch glaube ich, dass es morgen etwas anders sein wird. Die Pace von Jorge, Valentino und Dani ist sehr ähnlich. Wenn man sich das vierte Training ansieht, dann waren alle eng beisammen."

"Natürlich werde ich versuchen um den Sieg zu kämpfen. Wichtig wird, das Rennen gut zu managen, denn es warten sehr viele Runden." Marquez bricht reihenweise die Rekorde, so auch in Le Mans. Der Weltmeister fuhr im Qualifying schneller als der bestehende Rekord, der seit 2008 galt. Damals wurde noch mit Qualifying-Reifen gefahren. "Ich freue mich darüber. Es ist eine neue Motivation, einige Streckenrekorde zu brechen."

"Mein Vorsprung zu Platz zwei ist sehr groß. Auf einer engen Strecke ist das sehr schwierig zu schaffen. Es war aber nur eine schnelle Runde, das Rennen wird eine andere Geschichte", versucht Marquez die Euphorie zu dämpfen. "Man muss für die Pole-Position immer sein Bestes geben. In der ersten Schikane war ich von der Rundenzeit überrascht und dachte mir, dass ich nicht schneller fahren könnte. Man gibt im Qualifying aber immer 100 Prozent. Man findet das Limit und dann sieht man, ob man die Runde zu Ende fährt oder stürzt."

Im Laufe des 15-minütigen Qualifyings war Marquez auch mehrmals abseits der Ideallinie zu finden. Einmal schickte er seinen Ärger in Richtung Andrea Iannone. Was war los? "Ich war etwas wütend. Es macht mir nichts aus, wenn mir ein anderer Fahrer folgt. Das kann ich verstehen. Ich kann aber nicht verstehen, dass er die Abkürzung auf der Gegengeraden nutzte, um in meinen Windschatten zu kommen. Ich fand das gefährlich. Als ich die nächste Kurve anbremste, kam er mit vollem Speed angeschossen. Das überraschte mich etwas, und ich habe die Kurve verpasst."

Weiterlesen