Ducati-Werkspilot Cal Crutchlow hat momentan einige Probleme © FGlaenzel

Ducati-Werkspilot Cal Crutchlow belegt beim Trainingsauftakt in Le Mans nur Position 13: Der Brite beklagt wie in Jerez Bremsprobleme

Etwa eineinhalb Sekunden Rückstand und hinter Pramac-Pilot Yonny Hernandez langsamster Ducati-Pilot: Cal Crutchlows Trainingsauftakt in Le Mans verlief überhaupt nicht nach Plan. Der Ducati-Werkspilot hatte bei den bisherigen Rennen kein Glück und scheint es auch in Frankreich nicht zu haben. Die Charakteristik der Desmosedici harmoniert nicht mit dem Fahrstil des Briten. Zudem verschlimmern Bremsprobleme die Situation. Crutchlow wirkt momentan wenig begeistert.

"Es lief nicht nach Plan. Wir testeten in Mugello das Ducati-Basissetup der anderen Fahrer, doch ich hatte Probleme damit. Ich wurde nicht schneller und die Rundenzeiten änderten sich nicht. Ich bin zu weit von den anderen Ducati-Fahrern entfernt. Wir verlieren die komplette Zeit auf der Bremse, doch das ist nicht neu", ärgert sich Crutchlow. "Wir müssen am Samstag ein anderes Setup finden, damit ich mich auf der Bremse verbessern kann."

"Wir müssen das Motorrad so verbessern, dass ich höhere Kurvengeschwindigkeiten fahren kann. Wir haben Untersteuern. ich kann in keinem anderen Bereich als auf der Bremse Zeit gutmachen. Es ist sehr wichtig, hohe Kurvengeschwindigkeiten zu fahren. Wenn man sich ansieht, was die anderen Fahrer im Kurvenscheitel machen, dann wird klar, wo wir die Zeit verlieren. In den Bremszonen verhält sich das Motorrad gut. Dort sind Dovi und Iannone stark. Ich muss mich in diesem Bereich steigern", weiß Crutchlow.

"Bisher war ich beim Bremsen immer ziemlich gut, doch mein Stil unterscheidet sich von den Stilen der anderen Ducati-Fahrer. Die Stärke des Motorrads ist gleichzeitig die Stärke von Iannone und Dovi. Ich kann den Vorteil nicht nutzen", grübelt der ehemalige Tech-3-Pilot. "Meine Kurvengeschwindigkeiten ergeben sich durch die Art und Weise, wie ich die Bremse löse und wie ich aus der Kurve fahre. Doch das kann ich mit diesem Motorrad nicht umsetzen."

"Auch meine Sitzposition ist ein bisschen merkwürdig. Ich ziehe viel stärker am Bremshebel als die anderen Fahrer, doch das Motorrad verzögert nicht richtig. Das müssen wir verstehen. Die Daten belegen, dass ich mehr Bremsdruck aufbaue. Ich bremse an den gleichen Stellen, doch das Motorrad verzögert nicht", kritisiert Crutchlow, der das Rennen in Jerez vorzeitig beenden musste, weil die Bremse überhitzte. In Le Mans kündigt sich dieses Problem erneut an: "Es ist das gleiche Problem, das ich bereits in Jerez hatte, als ich durch die hohen Temperaturen die Bremse verlor. Doch heute war es kalt."

Markenkollege Iannone überraschte am Freitag mit der zweitbesten Rundenzeit. Dabei verwendete der Ducati-Pilot aber den extraweichen Hinterreifen. Crutchlow verzichtete auf diesen Vorteil. "Ich möchte diesen Reifen nicht verwenden, um schneller zu werden. Das ist sinnlos. Die Position, die ich momentan belege, entspricht meinem Tempo", begründet er. "Ich hasse es, den weichen Reifen als Vorteil zu nutzen."

"Ich sollte den gleichen Reifen verwenden, den die anderen Fahrer auch verwenden. Wir werden den extraweichen Reifen nicht im Rennen verwenden. Er würde ein paar Zehntelsekunden bringen, doch ich erwarte dadurch keinen besonders großen Vorteil", analysiert der ehemalige Supersport-Weltmeister. "Wenn Iannone den harten Reifen verwendet, kann er sicher auch Pedrosa folgen. Er fährt sehr gut."

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