Titelverteidiger Jorge Lorenzo beendete die Saison mit vier Punkten Rückstand © Yamaha

Teammanager Wilco Zeelenberg verteidigt Yamaha für die späte Einführung des Seamless-Getriebes und sieht darin nicht den Grund für den Verlust der Meisterschaft

"Wir haben immer noch diese Bewegungen beim Beschleunigen, dieses Pumpen - das haben wir immer noch nicht gelöst", bemerkte Yamaha-Werkspilot Jorge Lorenzo vor dem Saisonstart und deutete auf das fehlende Seamless-Getriebe hin. Im Gegensatz zu Honda und Ducati hinkte Yamaha lange Zeit hinterher. Erst zum 13. Lauf der Saison 2013 durften Lorenzo und Teamkollege Valentino Rossi ohne Zugkraftunterbrechung hochschalten.

Als Yamaha das neue Getriebe brachte, hatte Lorenzo nur noch minimale WM-Chancen. Rookie Marc Marquez war über den Sommer in der Fahrerwertung enteilt und auf WM-Kurs. Als sich Lorenzo in Assen verletzte, nutzte Marquez die Chance, und setzte sich mit Siegen am Sachsenring, in Laguna Seca, Indy und Brünn ab. Lorenzo lieferte mit fünf Siegen bei den finalen sieben Rennen der Saison ein starkes Saisonfinish hin und erinnerte an Dani Pedrosa, der in der Saison 2012 ähnlich auftrumpfte.

Honda hatte in der Saison 2013 einen kleinen technischen Vorsprung, der lange Zeit auf das Getriebe zurückzuführen war. Als Yamaha reagierte, schien die Meisterschaft etwas ausgeglichener zu sein. Hat Lorenzo die WM also durch das zu spät eingeführte Seamless-Getriebe verloren? "Hätten wir das Getriebe zu zeitig gebracht, hätte uns jeder vorgeworfen, dass wir die Meisterschaft durch einen Ausfall vermasselt haben", kontert Yamaha-Teammanger Wilco Zeelenberg im Gespräch mit 'Motor Cycle News'.

"Wir haben auch ohne das Seamless-Getriebe Rennen gewonnen und gewinnen Rennen mit dem Seamless-Getriebe. Wir haben vier Rennen mit und vier Rennen ohne das neue Getriebe gewonnen", bemerkt Zeelenberg energisch. Dennoch weiß auch der Niederländer, dass die M1 mit dem neuen Getriebe konkurrenzfähiger wurde. Nicht nur technisch half die Einführung des Seamless-Getriebes dem Team weiter.

"Das Getriebe half sehr. Vor allem die Motivation wurde besser, weil es angenehmer ist, das Motorrad mit dem Seamless-Getriebe zu fahren. Wir hatten das Paket bis zum Rennen in Aragon deutlich verbessert. Jorge wollte das zeigen. Das Motorrad war vorher bereits besser, doch Jorge war nicht fit genug, um das zu zeigen. Die Entwicklung geht weiter und es wäre einfach, zu behaupten, wir hätten zu lange gewartet. Es war ein großes Projekt", so Zeelenberg.

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