Können die Open-Bikes die Vormacht- stellung der Prototypen gefährden? © FGlaenzel

Tech-3-Teamchef Herve Poncharal schwärmt vom neuen Open-Format und traut Aleix Espargaro, Nicky Hayden und Scott Redding durchaus Überraschungen zu

Nach nur zwei Jahren gehören die CRT-Bikes, die 2012 und 2013 das Feld aufstockten, der Vergangenheit an. Ab der Saison 2014 wird die MotoGP in MSMA-Nennungen und Open-Nennungen getrennt. Die Hersteller schicken elf Prototypen ins Rennen, die jeweils mit der firmeneigenen Software ausgerüstet sind, dafür aber nur 20 Liter tanken und maximal fünf Motoren pro Fahrer und Saison verwenden dürfen.

Für Tech-3-Teamchef Herve Poncharal ist diese Regelneuerung ein Schritt in die richtige Richtung. "Es ist spannend, weil diese Motorräder die Zukunft präsentieren. Wir wissen, dass die Werke ihre eigene Software nur bis 2016 verwenden dürfen", bemerkt er gegenüber 'Crash.net'. "Mit Ausnahme der Prototypen von Honda, Yamaha und Ducati werden alle auf die Einheits-Software setzen. Es könnte sein, dass einige eher zur Open-Regel übergehen, weil die Motorräder damit schneller sind."

"Bisher waren die Prototypen mit 21 Litern Sprit der Maßstab. Die CRT-Klasse war eine Ausnahmeregelung. Nun sind die CRTs weg und die Open-Klasse stellt die MotoGP dar. Das ist die Zukunft. Bis 2016 kann jeder Hersteller mitmachen, seine eigene Software, 20 Liter und fünf Motoren verwenden", erklärt der Franzose, der in der kommenden Saison keine Zweiklassengesellschaft befürchtet.

"Ich denke, dass es in der kommenden Saison enger zugehen wird, wenn Fahrer wie Aleix Espargaro auf einer Open-Yamaha oder Nicky Hayden und Scott Redding auf einer Open-Honda sitzen", prognostiziert Poncharal zuversichtlich. "Diese Fahrer werden kleine Nachteile bei der Software haben, doch sie haben den Vorteil von vier Litern Sprit und mehr Motoren haben. Sie können im Rennen mit voller Leistung fahren, wenn wir auf ein anderes Mapping wechseln müssen."

Die CRT-Regel hat bei der Einführung in der Saison 2012 für viel Kritik gesorgt. Doch ohne diese Maßnahme wäre das MotoGP-Feld mit lediglich zwölf Prototypen extrem schwach besetzt gewesen. "Am Anfang hat jeder über die CRT-Motorräder gelacht, doch Espargaro kam in diesem Jahr beinahe in jedem Rennen vor einem Prototypen ins Ziel", kontert der Tech-3-Teamchef. "Er hat unglaubliche Qualifyings abgeliefert. In den zwei Jahren haben sich die CRTs stark verbessert."

"Man muss nur Hernandez, Iannone oder Pirro fragen, ob es einfach war, den schnellsten CRT-Piloten zu schlagen. Es war nicht einfach", stellt Poncharal klar. "Ich denke, dass das CRT-Konzept nicht nur dazu geführt hat, mehr Motorräder im Feld zu haben, sondern auch die Hersteller zu einem Umdenken gebracht hat. Sie wissen jetzt, dass sie helfen müssen." Honda und Yamaha haben bereits Kunden-Programme. Wann Ducati ein attraktives Modell präsentiert, ist momentan noch ungewiss.

Der Weg der MotoGP ist klar: Die Kosten müssen reduziert werden, um auch in Zukunft volle Felder zu garantieren. "Wir müssen nach wie vor in allen drei Klassen - der MotoGP, der Moto2 und der Moto3 - so weitermachen und die Kosten senken, damit es bezahlbar und attraktiv bleibt. Jeder sollte die Chance haben, ein konkurrenzfähiges Paket zu schnüren", fordert Tech-3-Teamchef Poncharal.

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