Burgess und Rossi blicken auf eine bewegte Zusammenarbeit zurück © FGlaenzel

14 Jahre lang waren Valentino Rossi und Crewchief Jeremy Burgess in der MotoGP ein unzertrennliches Paar - Erinnerungen an Höhen und Tiefen

Nicht im verflixten siebten, sondern nach 14 Jahren trennen sich in der MotoGP nun die Wege von Valentino Rossi und seinem langjährigen Crewchief Jeremy Burgess. Jahrelang bildeten der Italiener und der Australier ein Erfolgsduo, doch seit dem Wechsel zu Ducati bleiben die Erfolge aus. 2014 will Rossi nun ohne seinen langjährigen Partner einen Neustart wagen. Damit endet eine Zusammenarbeit, die noch zu Rossis Zeiten in der 250ccm-Klasse ihren Anfang nahm.

"Ich traf Jeremy 1999 in Phillip Island zum ersten Mal", erinnert sich Rossi. "Ich fuhr Aprilia und stand in der HRC-Box. Es war ein besonderer Ort. Jeremy half damals Gibernau, denke ich. Mick war verletzt. Ich sprang auf die 500er von Gibernau. Jeremy versuchte, mir das Motorrad zu erklären. Diesen Moment werde ich nie vergessen. Auch der Test in Jerez mit der 500er war besonders."

In den folgenden Jahren die Zusammenarbeit der beiden kongenialen Partner viele Erfolge: "Es gab viele tolle Rennen. Südafrika 2004 war ein Highlight", meint Burgess. "Phillip Island, als Valentino eine Strafe bekam und später dennoch gewann." Das sieht Rossi ganz ähnlich. "Die besten Siege waren der in Welkom oder Laguna Seca, oder der Sieg mit der Honda auf Phillip Island."

Burgess: Ducati-Zeit "wirklich schwierig"

Die Zeit bei Ducati war für Crewchief Burgess "wirklich schwierig. Wir haben die erwarteten Erfolge nicht erzielt. Die Rückkehr zu Yamaha war fantastisch. Valentino hat sich schnell wieder auf dem Motorrad zurechtgefunden." Unter dem Strich zieht der Australier trotz der ausbleibenden Erfolge in den vergangenen Jahren ein durchweg positives Fazit der Zusammenarbeit.

"Wir hatten 14 gemeinsame Jahre. Wir haben 80 Rennen gewonnen. Das entspricht etwa fünf Siegen pro Jahr. Das ist richtig gut. Was wir erreicht haben, kann als außergewöhnlich bezeichnet werden", so Burgess. "Doch ich wusste, dass sich meine Karriere dem Ende zuneigt. Ich habe Valentinos Konkurrenzfähigkeit und seine verbleibende Zeit in der MotoGP als Grundlage herangezogen. Ich kam der Gold Coast Jahr für Jahr näher. Aus diesem Grund kann ich mit der Entscheidung leben", so Burgess über das Ende der Zusammenarbeit. "Ich habe Zuhause ein angenehmes Umfeld."

Dass Rossis Ruf unter den Leistungen in den vergangenen Jahren leiden könnte, glaubt sein langjähriger Crewchief nicht. "Man kann auch in der Zukunft nicht vom Motorradsport reden, ohne den Namen Valentino Rossi zu erwähnen. Er hat in allen drei Kategorien Weltmeisterschaften gewonnen. Dadurch gehört er zu einer ausgewählten Gruppe von Rennfahrern, zu der Gardner oder Doohan nicht gehören."

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