Nach dem Sturz in der Anfangsphase hetzte Martin Bauer dem Feld hinterher © Andy Glänzel

Der Österreicher Martin Bauer wird bei seinem MotoGP-Debüt in Brünn nach einem Sturz in der Anfangsphase 21. - Das Motorrad hat seine Konkurrenzfähigkeit gezeigt

Es ist vollbracht. Martin Bauer vom Remus-Racing-Team hat sich der Herausforderung gestellt, als erster Österreicher in der MotoGP-WM gegen Stars wie Valentino Rossi, Dani Pedrosa und Jorge Lorenzo zu kämpfen. Selbst der Sturz in der ersten Rennrunde raubte Bauer nicht die Energie, mit vollem Einsatz auf die Strecke zurückzukehren, um am Ende den 21. Platz in der Weltelite des Motorradsports ins Ziel zu bringen.

Aufs Siegerpodest beim Grand Prix der Tschechischen Republik in Brünn stiegen die Werksfahrer Marc Marquez, Pedrosa und Lorenzo. Doch nicht nur an der Spitze der Königsklasse spielten sich dramatische Szenen ab, sondern auch weiter hinten bei Bauer, der das Rennen von der 25. Startposition aufgenommen hatte. Schon in der ersten Runde kreuzte ein Konkurrent seine Linie und schickte den Österreicher mit der Suter-BMW in den Kies.

Bauer stürzte, richtete sein Motorrad aber wieder auf und kehrte unter dem frenetischen Jubel der 222.710 Zuschauer auf die Strecke zurück. Er folgte dem Feld nach dem Zwischenfall zwar abgeschlagen, konnte nach 21 Runden aber auf dem 21. Platz die Zielankunft feiern. "Der Start ist mir gut gelungen, aber sämtliche Konkurrenten waren zu Beginn des Rennens extrem langsam. Ich hätte auf Anhieb zwei oder drei Fahrer überholen können. Plötzlich ist einer direkt in meine Linie gefahren. Ich wollte nicht gleich unangenehm auffallen und habe gebremst, um eine Kollision zu vermeiden."

"Dabei ist das Vorderrad eingeklappt", berichtet der Österreicher die entscheidende Szene. "Ich wollte nach dem Sturz aber unbedingt weiterfahren, um das Motorrad im Rennen ins Ziel zu bringen. Im Omega und in einer Fan-Kurve haben die Zuschauer jedes Mal getobt und mich gefeiert, als ich bei ihnen vorbeikam. Es war unglaublich. Schade, dass der Sturz ein besseres Resultat ruiniert hat und ich das Rennen alleine fahren musste."

"Ich wäre in der Lage gewesen, mit der CRT-Konkurrenz mitzuhalten. Mein Ziel war außerdem, von der Spitze des Feldes nicht überrundet zu werden. Das hat zwar wegen des Sturzes nicht funktioniert, aber im Normalfall wäre das kein Thema gewesen." Teammanager Andreas Bronnen fieberte an der Box mit: "An Dramatik war das Rennen nicht zu überbieten. Für viele andere Fahrer wäre es nach dem Sturz vermutlich zu Ende gewesen, aber nicht für Martin."

"Mit seinem unglaublichen Ehrgeiz hat er gekämpft bis zum Schluss - auch wenn er keine Konkurrenten mehr im Zweikampf schlagen konnte. Für uns war es wichtig zu sehen, dass unser Paket funktioniert und wir ins Ziel gekommen sind. Darauf werden wir jetzt erst einmal ein Bier trinken." Und wie geht es weiter? "Wir kommen wieder", kündigt Bronnen an.

Weiterlesen