Marc Marquez fuhr im 18. Umlauf die schnellste Rennrunde © Repsol

Neue Rundenrekorde und gute Haltbarkeit: Bridgestone ist von der Leistung des weicheren Hinterreifens in Indianapolis positiv überrascht

Der Motorrad-Kurs von Indianapolis stellt die Reifen der MotoGP vor zahlreiche Herausforderungen. Vor welche, erläutert Bridgestone-Chefingenieur Masao Azuma im Interview. Der Japaner blickt außerdem auf das Rennen zurück, in dem sich alle Werksfahrer für den weicheren Hinterreifen entschieden. Dieser zeigte zur Überraschung der Japaner konstant gute Leistungen. Azuma erklärt jedoch, warum auch der harte Reifen eine gute Wahl gewesen wäre.

Frage: "In Indianapolis gab es im Verlauf des Rennwochenendes viele unterschiedliche Reifenwahlen, aber im Rennen hat keiner der Werksfahrer den härteren Hinterreifen verwendet."

"Wenn man sich die Kommentare der Fahrer nach dem Rennen anhört, hätten einige sicherlich auch auf dem härteren Reifen ein gutes Resultat erzielt, denn bei einigen brach der weichere Reifen in den letzten Runden deutlich ein. Die Strecke in Indianapolis ist sehr aggressiv, daher hätte der härtere Reifen über die Renndistanz konstanterer Leistungen ermöglicht. Die Herausforderung liegt für uns nun in der Entwicklung neuer Reifen und der Auswahl der Mischungen, damit sich die Fahrer von der Wahl des härteren Reifens im Rennen einen Vorteil erhoffen können. In diese Richtung werden wir arbeiten."

Frage: "Wie hat der weichere Hinterreifen, den alle Werksfahrer gewählt haben, bei den hohen Temperaturen am Sonntag funktioniert?"

"Das Rennen war in diesem Jahr eine Runde kürzer als im vergangenen Jahr, aber wenn wir die Rennzeit hochrechnen, wäre das Rennen in diesem Jahr etwa sieben Sekunden schneller gewesen, was ebenfalls positiv für uns ist. Trotz der guten Leistung des Medium-Slicks haben unsere Daten aus den Trainings am Freitag und Samstag ergeben, dass auch der harte Hinterreifen im Rennen eine realistische Option gewesen wäre. Da sich keiner der Fahrer dafür entschieden hat, konnten wir keinen direkten Vergleich anstellen."

Frage: "In diesem Jahr wurde wieder viel über die Asphaltoberfläche in Indianapolis diskutiert. Was ist mit Blick auf die Reifen die große Herausforderung des Belags in Indianapolis?"

"Die Balance zwischen Grip und Haltbarkeit zu finden, ist in Indianapolis die große Herausforderung. Dies wird durch das Layout der Strecke noch verstärkt. Die Sequenz der Linkskurven von Kurve zwölf bis 14 heizt die linke Schulter des Hinterreifens stark auf. Daher haben wir in Indianapolis Reifen mit unserer hitzebeständigen Konstruktion eingesetzt. Wie man sieht, stellt die Strecke von Indianapolis die Reifen vor vielfältige Herausforderungen. Die Rundenrekorde im Qualifying und im Rennen haben die Leistung unserer Reifen aber bestätigt."

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