Der Honda-Pilot zeigt sich bei SPORT1 mit Platz 7 in Indianapolis unzufrieden. Rookie Marquez stürmt dem Titel entgegen.

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Indianapolis/München - Schnell sollte es gehen. Bloß weg aus Indianapolis, hieß es für Stefan Bradl. Der erschöpfte Zahlinger packte seine Sachen und blickte nur kurz zurück.

"Wir haben uns irgendwie ins Schlamassel geritten. Ich bin froh, dass es gleich nächste Woche weitergeht", sagte der 23-Jährige vor dem Abflug aus den USA. "Indy" war kein gutes Pflaster, in Brünn soll es wieder besser laufen (Bericht).

Als Siebter hatte Bradl den Brickyard überquert, die berühmte Ziellinie aus roten Ziegelsteinen, und das genau vier Wochen nach der ersten Fahrt auf das MotoGP-Podium. Zu wenig für die gestiegenen Ansprüche, viel zu wenig.

"Ich bin enttäuscht. Der siebte Platz ist alles andere als das, was wir uns vorgestellt haben", erklärte Bradl bei SPORT1 ernüchtert.

Stark angefangen, stark nachgelassen

Denn das Wochenende hatte vielversprechend angefangen.

Erst erhielt Bradl bei LCR-Honda einen neuen Vertrag für 2014, im Training war der WM-Sechste - wie zuletzt eigentlich immer - vorn dabei.

Doch Bradl kämpfte mit fehlendem Grip am Vorderrad, nicht zum ersten Mal in diesem Jahr. Und es wurde immer schlimmer.

Der frühere Moto2-Weltmeister stieg gleich mehrfach ab, auch im enttäuschenden Qualifying (8.).

"Drei Stürze sind definitiv zwei zu viel"

"Drei Stürze am Wochenende sind definitiv zwei zu viel", sagte Bradl zu SPORT1 und gab sich selbstkritisch: "Vielleicht habe ich auch zu viele Fehler gemacht."

Der Zweitplatzierte von Laguna Seca/Kalifornien, dem letzten Grand Prix vor der Sommerpause, war mit sich und dem Motorrad nicht zufrieden: "Wir sind im Großen und Ganzen mit stumpfen Waffen rumgefahren."

Gut, dass es ab Freitag im tschechischen Brünn (Training Fr., ab 9 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) weitergeht, der Strecke, auf der Bradl vor ziemlich genau fünf Jahren seinen ersten Sieg in der WM feierte. Auf einer 125er.

Schon dort soll es für den einzigen Deutschen in der MotoGP wieder aufwärts gehen: "Ich möchte versuchen, wieder Anschluss an die Spitze zu finden."

Marquez auf "King Kennys" Spuren

Da steht auch nach dem zehnten WM-Lauf ein guter Bekannter: Marc Marquez, Bradls Nachfolger als Moto2-Champion, ist ein Überflieger.

Der 20-jährige Spanier feierte in Indianapolis seinen vierten Saisonsieg, als Neuling. Bislang war dies in der Königsklasse nur der US-Legende Kenny Roberts senior gelungen.

"King Kenny" verfolgte an der Strecke, wie Marquez auch das dritte Rennen des Jahres in den USA gewann, Klassen-übergreifend siegte der Honda-Pilot in den Vereinigten Staaten sogar zum fünften Mal in Serie.

Roberts zog voller Respekt seinen Hut: "Er ist außergewöhnlich. Er hat etwas, was noch keiner hatte."

Wunderknabe nicht aufzuhalten

Marquez schickt sich an, in die Fußstapfen des mittlerweile 61-Jährigen zu treten. Roberts sr. war der letzte Rookie, der bei den "Großen" auf Anhieb den Titel holte. 1978 war das, mit der 500er. Auch 1979 und 1980 war er nicht zu schlagen.

Ähnliches ist Marquez zuzutrauen. Denn der Wunderknabe aus Cervera fährt wie entfesselt.

Auch erfahrene MotoGP-Piloten wie Teamkollege Dani Pedrosa oder Weltmeister Jorge Lorenzo (Yamaha) können ihren Landsmann derzeit nicht aufhalten. Denn Marquez ist nicht nur schnell, er macht auch keine Fehler.

Marquez besonnen

Vom Übermut früherer Tage, als es Marquez gerne einmal übertrieb, ist nichts mehr zu sehen.

"Es war ein perfektes Wochenende. Das will ich wiederholen, aber es wird schwierig", sagte der rundum glückliche WM-Spitzenreiter: "Ich Europa will ich so weitermachen."

Die Konkurrenz muss sich warm anziehen.

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