Das Ducati-Duell ging nur bis zur letzten Kurve gut - Bradley Smith staubte erneut ab © Ducati

Nicky Hayden und Andrea Dovizioso geraten in der letzten Kurve im Kampf um Platz acht aneinander - Bradley Smith staubt ab - Wogen bei Ducati geglättet

Wie schon so oft in dieser Saison verbrachten die Ducati-Werkspiloten Nicky Hayden und Andrea Dovizioso auch in Indianapolis den Großteil der Renndistanz damit, sich gegenseitig zu bekämpfen. In Assen und Laguna Seca kam es bereits zu Berührungen, wobei einmal Dovizoso und einmal Hayden das bessere Ende für sich hatte. Beim Grand Prix von Indianapolis folgte am Sonntag Episode drei des teaminternen Duells.

Nach mehreren Positionswechseln untereinander holte sich Dovizoso in der letzten Runde Platz acht von Hayden. Dem US-Amerikaner saß Bradley Smith (Tech-3-Yamaha) im Nacken. In der letzten Kurve des 27-Runden-Rennens probierte Hayden im Bemühen, sein Heimrennen doch noch als Achter statt als Neunter zu beenden, ein Verzweiflungsmanöver gegen Dovizioso.

Als sich der Lokalmatador in der letzten Kurve an die Seite seines italienischen Teamkollegen presste, kam es zur Berührung und beide Ducatisti sprangen mit ihrem Maschinen über die Randsteine auf der Außenseite der Kurve. Neben der Piste tobte das teaminterne Duell weiter. Hayden gewann zwar den Sprint auf den letzten Metern gegen Dovizioso, kreuzte die berühmte Ziellinie aus Ziegelsteinen aber trotzdem nur als Neunter. Smith zog auf den allerletzten Drücker noch vorbei und sicherte sich mit 0,011 Sekunden Vorsprung auf Hayden Platz acht. Dovizioso überquerte den Zielstrich mit einem Rückstand von 0,122 Sekunden auf seinen Teamkollegen als Zehnter.

Hayden zeigt sich reumütig

"Ich wollte meinen Teamkollegen ganz sicher nicht so hart treffen", räumt Hayden ein, dass er sich beim Angriff in Kurve 16 verschätzt hat und hält fest: "Als die Lücke zuging, hatte ich mich bereits zum Angriff entschieden. Ich wollte nicht, dass er mein Vorderrad abräumt. Es war ganz sicher kein Manöver, das ich jedes Wochenende probieren würde. Die Positionen wechselten zwischen uns laufend hin und her. Abgesehen von diesem Manöver haben wir uns aber nie berührt. Es ist natürlich kein Geheimnis, dass ich bester Ducati-Pilot sein wollte. Wir haben uns die Hände geschüttelt und 'Dovi' hat sich damit abgefunden. Es war ein Rennunfall. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen."

Dovizioso schildert die Situation aus seiner Sicht. "Es war eine interessante letzte Kurve", meint der Italiener und holt aus: "Nachdem mein Hinterreifen in den letzten zehn Runden auf beiden Seiten Grip verlor, war es im Grunde nur noch ein strategisches Duell zwischen mir und Nicky. Es ging nur noch darum, diesen Kampf zu gewinnen und nicht darum, schnell zu fahren. Als mich Nicky sechs Runden vor Schluss überholte, dachte ich, das Duell wäre entschieden. Ich rechnete nicht damit, dass er dieselben Probleme hatte wie ich. Als ich das dann aber sah, legte ich mir eine Strategie zurecht. Bis zur letzten Kurve ging diese auch auf."

"In der letzten Runde habe ich Nicky überholt und anschließend überall die Tür zugemacht", fährt Dovizioso fort. "Ich glaube einfach, dass er in seinem Heimrennen nicht hinter mir ins Ziel kommen wollte. Dann hat er gewissermaßen versucht, in eine geschlossene Tür einzutreten. Ich ließ die Tür nicht offen. Es gab dort einfach keinen Platz und wir haben uns berührt. Das war ein ziemlich aggressives Manöver. Wir haben uns berührt und ich denke, es war sein Fehler."

Kein böses Blut bei Ducati

Im Anschluss an das Rennen wurden die beiden Ducati-Piloten zur Rennleitung zitiert, um mögliche Meinungsverschiedenheiten aus der Welt zu schaffen. "Wir haben uns unterhalten, aber ich möchte nicht darüber streiten. Selbst wenn sie ihm einen Strafpunkt gegeben hätten, dann hätte das für mich nichts geändert. Unser Hauptproblem ist, dass die Lücke zu den schnellsten Fahrern zu groß ist", hakt Dovizioso den Zwischenfall ab. In Assen war es der Italiener, der sich in der letzten Schikane der letzten Runde mit einem beherzten Manöver inklusive Berührung gegen Hayden durchsetzte. Auch damals war Smith der lachende Dritte und lief unerwartet vor den beiden Ducati-Piloten ein.

Im italienischen Werksteam hängt der Haussegen nach der neuerlichen Berührung der beiden Fahrer nicht schief. Dies bestätigt auch Paolo Ciabatti, Projektleiter des MotoGP-Programms von Ducati: "Leider hat Nicky in der letzten Kurve versucht zu überholen, obwohl es dort kaum Platz gibt. Die beiden Fahrer berührten sich und Smith konnte auf der Ziellinie noch an beiden vorbeiziehen. Nicky und Andrea haben sich anschließend unterhalten. Es gab keine Kontroversen."

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