Stefan Bradl fuhr schon in seinem zweiten MotoGP-Jahr aufs Podium © getty

Nach seiner Verlängerung bei Honda knackt Bradl in Indianapolis den Speedrekord. Die Grundstein für Größeres ist gelegt.

Indianapolis/München - Stefan Bradl kommt nicht aus den guten Schlagzeilen.

Vor dem Start in die zweite Saisonhälfte hat der Motorrad-Pilot zunächst seinen Vertrag bei LCR-Honda verlängert - dann hat er im Training in Indianapolis am Freitag (Qualifying Sa., ab 20 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und SPORT1+) einen Geschwindigkeitsrekord geknackt.

Der Zahlinger fuhr am Freitag in der MotoGP 336,5 Kilometer pro Stunde, die höchste Geschwindigkeit, die auf dem Indianapolis Motor Speedway mit einem Motorrad erreicht wurde.

Grund für gute Laune gibt es als zur Genüge für den 23-Jährigen.

Die Zukunft in der Königsklasse ist nach wochenlanger Ungewissheit endlich gesichert - und die Voraussetzungen, noch größere Ziele zu erreichen, sind gut.

Belohnung für Leistungssteigerung

Die neue Vereinbarung mit dem Rennstall des Italieners Lucio Cecchinello ist die Belohnung für eine bislang starke Saison, in der sich Bradl nach holprigem Start stetig gesteigert hatte - wohl auch wegen der lange Zeit ungeklärten Vertragssituation. Immer wieder war Cal Crutchlow als möglicher Nachfolger gehandelt worden, doch der Brite geht zu Ducati.

"Ich bin glücklich, in Lucios Team bleiben zu können, weil wir uns jetzt sehr gut kennen und eine professionelle und freundliche Atmosphäre aufgebaut haben", sagte Bradl:

"Das erlaubt mir, in jedem Rennen 100 Prozent zu geben."

Erster Deutscher seit Alex Hofmann

Bradl fährt seit Beginn seiner MotoGP-Karriere für LCR. 2011 hatte der Bayer als erster Deutscher seit dem Rückzug des heutigen SPORT1-Experten Alex Hofmann (2007) unmittelbar nach dem Gewinn des Weltmeistertitels in der leichteren Moto2 für zwei Jahre bei den Italienern unterschrieben. Bradl überzeugte auf Anhieb bei den "Großen".

Der Rookie wurde im vergangenen Jahr WM-Achter und kam immer in die Top 10, wenn er die Zielflagge sah.

Der nächste Schritt folgte in dieser Saison. In Assen/Niederlande schaffte es Bradl erstmals in die erste Startreihe, in Laguna Seca/USA vor drei Wochen sogar auf die Pole.

Was folgte, war ein Meilenstein, Bradl wurde im Rennen Zweiter.

Werksteam im Vorteil

Nicht erst seit seinem großen Tag in Kalifornien hat der weiterhin einzige Deutsche in der Königsklasse allen Grund, mit der Entwicklung zufrieden zu sein.

Das Satellitenteam bekommt von der Honda Racing Corporation (HRC) erstklassiges Material.

Auch wenn das Werksteam der Japaner mit seinen beiden Spaniern Dani Pedrosa und Marc Marquez weiterhin im Vorteil ist.

"Die Unterstützung von HRC war sehr wichtig für mich in meiner ersten Saison in der Königsklasse. Und mit ihrer direkten Zusammenarbeit konnte ich mein erstes Podium in der Königsklasse in diesem Jahr erzielen", so Bradl.

In der WM-Gesamtwertung liegt er derzeit auf dem sechsten Platz.

Lob von Cecchinello

Cecchinello lobte seinen Schützling ausdrücklich für die bisher gezeigten Vorstellungen.

"Stefan hat jeden mit seinem Debüt 2012 beeindruckt und zeigt nun seine Fortschritte in der Klasse", sagte der frühere Rennfahrer:

"Sein erstes MotoGP-Podium war ein tolles Ergebnis für ihn und für das ganze Team. Von unserer Seite werden wir unser Bestes geben, um Stefan in der Saison 2014 zu unterstützen."

Saisonziel schon erreicht

Auch HRC-Vizepräsident Shuhei Nakamoto hält große Stücke auf Bradl: "Er zeigt die Leistung, die wir erwartet haben. Wir hoffen, Stefan bald wieder auf dem Podium sehen zu können und viele Male in der Zukunft."

Sein Saisonziel hat Bradl mit dem Podiumsplatz schon erreicht. Nun geht es darum, sich ganz vorne zu etablieren und dem Werksfahrern das Leben schwer zu machen.

Einzige mögliche Steigerung ist nach dem Coup von Laguna ein Sieg. Es wäre der erste eines Deutschen in der schwersten Klasse seit 1974.

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