Ben Spies saß zuletzt am Freitag in Mugello auf seiner Pramac-Ducati © Pramac

Nach langer Rehabilitationszeit wagt Ben Spies sein Comeback in Indianapolis - Der Fahrer des Pramac-Ducati-Teams will Schritt für Schritt sein Tempo finden

Ben Spies ist zurück in der MotoGP. Nach langer Genesungspause wird der US-Amerikaner bei seinem Heimrennen im berühmten Indianapolis wieder auf die Pramac-Ducati steigen. Spies stand in diesem Jahr nur in Katar und Austin am Start. In Mugello probierte er es am Freitag, doch er war noch nicht fit genug und verzichtete auf das Rennen. Nach seiner Schulteroperation war das Comeback zu früh gekommen. Über viele Wochen trainierte der Superbike-Weltmeister des Jahres 2009 an seiner Fitness und baute die nötigen Muskeln auf. Nun fühlt sich Spies fit genug, die Desmosedici zu fahren.

"Es war ein hartes Jahr für mich. Jetzt fühlt es sich gut an, dass ich wieder zurück bin. Ich möchte auf das Motorrad steigen und fahren, und den Journalisten nicht erzählen müssen, dass ich fast fit genug bin. Zu Saisonbeginn war ich nie zu 100 Prozent fit. Jetzt kann meine Saison starten. Die Pause war viel zu lang. Ich bin zum letzten Mal in Mugello ein Motorrad gefahren. Im Vorjahr bin ich zum letzten Mal schnell gewesen. Schritt für Schritt muss ich nun zurückkommen."

"Es ist eine gute Strecke für mein Comeback. Mit jeder Session möchte ich mich steigern. Dann werden wir sehen, wo mich das am Sonntag hinbringt." Nach dem durchwachsenen Jahr 2012 bei Yamaha und der schweren Schulterverletzung samt langwieriger Operation hat Spies nun womöglich die letzte Chance, seine MotoGP-Karriere wieder in Schwung zu bringen. "Die nächsten drei Strecken gefallen mir sehr gut. Dieser Kurs ist sehr knifflig und auch körperlich anstrengend. Ich mache mir aber keine Sorgen. Ich will langsam wieder mein Tempo finden."

"Es gibt keine perfekte Zeit für ein Comeback. Soweit die Ärzte gemeint haben, war das der beste Zeitpunkt. Ich habe gute Erinnerungen an diese Strecke und bin hier immer gut gefahren. Ich werde mein Bestes geben." Im Vorjahr schied Spies allerdings in Führung liegend durch einen Motorschaden aus. Um den Sieg wird der 29-Jährige an diesem Wochenende unter normalen Umständen nicht kämpfen können.

Wichtiger ist seine körperliche Verfassung. "Wenn man das Motorrad kaum kontrollieren kann, dann ist das schrecklich. Am Ende wurde mehr beschädigt", blickt er auf den Saisonbeginn zurück. "Ich bin einfach zu früh zurückgekommen. Jetzt kann ich sagen, dass ich bereit bin. Nun muss ich wieder das Tempo finden. Hoffentlich dauert es nicht zu lang."

"Man kann die fitteste Person der Welt sein, aber man kann im Kraftraum nicht nachstellen, was das Motorrad mit dir macht. Wenn man das ganze Wochenende 100 Prozent gibt, dann ist jeder Fahrer am Montag erschöpft. Dein ganzer Körper wird belastet, denn diese Motorräder sind körperlich anstrengend. Ich glaube, dass alles gut sein wird. Vor acht, neun Monaten hat man zum letzten Mal meinen Speed gesehen. Deshalb muss ich mich langsam voran arbeiten."

Deshalb steckt sich Spies auch für die kommenden Wochen keine bestimmten Ergebnisse zum Ziel. "In den beiden Vorjahren hatte ich Ziele und habe die meisten davon erreicht. So wie dieses Jahr verlaufen ist, habe ich überhaupt keine Ziele. Ich muss langsam zu meinem Tempo finden. Was das dann auf der Ducati bedeutet, weiß ich nicht, weil ich noch nicht soweit war. Wir müssen abwarten."

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