In Brünn testete Yamaha das neue Getriebe ohne Zugkraftunterbrechung © FGlaenzel

Valentino Rossi und Jorge Lorenzo sind nach dem Brünn-Test vom neuen Yamaha-Getriebe ohne Zugkraftunterbrechung begeistert - Die Rennpremiere ist noch offen

Das Yamaha-Werksteam testete in der Sommerpause mit den beiden Stammfahrern Jorge Lorenzo und Valentino Rossi im tschechischen Brünn. Im Mittelpunkt der Testfahrten stand das neue Getriebe, das die Gänge ohne Zugkraftunterbrechung wechseln kann. An diesem Wochenende in Indianapolis kommt dieses Getriebe noch nicht zum Einsatz. Es ist auch noch offen, wann Yamaha diese Neuentwicklung für die Rennen freigeben wird. Lorenzo und Rossi zeigten sich nach diesem Test begeistert über die Vorteile, die das Getriebe ohne Zugkraftunterbrechung bietet.

"Wir haben den Test in Brünn gemacht, was sehr wichtig war. Wir probierten einige wichtige Dinge aus. Es war ein positiver Test", berichtet Rossi. "In der Mitte des Urlaubs haben wir ein kleines Rennen veranstaltet. Vielleicht sind wir morgen noch besser vorbereitet. Wir testeten in Brünn das neue Getriebe und das Gefühl war sehr, sehr gut. Es hat uns sehr, sehr gut gefallen. Trotzdem wartet noch viel Arbeit, denn das Getriebe ist noch nicht bereit. Hoffentlich können wir es bald einsetzen."

Wo genau liegen die Vorteile eines solchen Getriebes? "Über eine Runde verändert sich nicht viel", geht der siebenfache MotoGP-Weltmeister ins Detail. "Wir haben versucht einige Vergleiche anzustellen. Manche Leute glauben, dass der Unterschied zwei Zehntelsekunden ausmacht. Ich glaube aber, dass es weniger ist. Ich glaube, dass der Unterschied bei 20 oder 30 Runden größer ausfällt, weil das Motorrad einfacher zu fahren ist. Es ist bei der Beschleunigung und auf der Bremse stabiler."

"Außerdem werden die Reifen nicht so hart rangenommen. Es ist auch für den Fahrer gut, weil das Motorrad einfacher ans Limit zu bringen ist. Zudem passieren Fehler viel schwieriger. Es ist für die Renndistanz wichtiger als für eine Runde", streicht Rossi den wahren Vorteil hervor. "Das Gefühl ist fantastisch. Die Beschleunigung ist sehr gut." Muss man als Fahrer den Fahrstil für so ein Getriebe ändern? "Man kann einen Gang besser zum Fahren verwenden, besser als vorher."

"Man kann am Limit den Gang wechseln. Man muss den Fahrstil nicht verändern, aber man kann einige Tricks verwenden, damit man schneller fährt." Und genau diese kleinen Veränderungen können im Titelkampf den entscheidenden Unterschied ausmachen, wie Lorenzo meint: "Wenn wir das Motorrad ein wenig verbessern können, dann können Valentino und ich schneller fahren. Dann haben wir auch mehr Chancen auf den WM-Titel. Ich glaube aber nicht, dass es nur an den Fahrern liegt."

"Wir steigen auf das Motorrad und versuchen so schnell wie möglich zu sein. Im Moment haben wir nichts Neues am Motorrad. Ich muss mich wie vor Assen konzentrieren. Wenn mir keine weiteren dummen Fehler passieren, dann kann ich Punkte aufholen." Auf dem Weg zu seiner Genesung war der Test in Brünn auch sehr wichtig. Der Weltmeister konnte auf dem Motorrad den Heilungszustand seiner Schulter überprüfen.

Renneinsatz noch offen

"Wir haben das Getriebe in Brünn ausprobiert. Es befindet sich aber noch in Entwicklung und ist noch nicht rennbereit. Ich hoffe, dass wir es sobald wie möglich verwenden können, damit wir mehr Möglichkeiten haben, um diesen WM-Titel zu gewinnen." Auch Rossi wartet sehnsüchtig auf die Neuentwicklung, weiß aber noch nicht, wann das Getriebe kommen wird.

"Ich weiß es nicht. Jorge und ich üben viel Druck aus, damit wir es so bald wie möglich verwenden. Die Japaner sagen, dass wir uns gedulden müssen, denn das Getriebe ist ein kritischer Punkt. Es muss zu 100 Prozent bereit sein. Ich hoffe, dass wir es noch in dieser Saison bekommen", so Rossi. Zuletzt kamen auch Spekulationen auf, dass Yamaha den Motor für das neue Getriebe anpassen muss. Auch Rossi kann keine genaue Auskunft darüber geben.

"Ich habe darüber in den Zeitungen gelesen, aber ich weiß nicht, ob wir das neue Getriebe mit dem aktuellen Motor verwenden können. Wenn wir bis zum letzten Motor warten müssen, dann sprechen wir über die letzten zwei, drei Rennen."

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