Jorge Lorenzo wird beim Rennen in Indianapolis mit Schmerzen fahren © Yamaha

Weltmeister Jorge Lorenzo ist vor Indy offensichtlich noch nicht wieder richtig fit - Kann Valentino Rossi dank des Brünn-Tests die Hondas ärgern?

Das Yamaha-Werksteam geht nicht ohne Sorgen in die zweite Saisonhälfte. WM-Favorit Jorge Lorenzo ist nach den Stürzen in Holland und Deutschland nicht richtig fit. Daran hat auch die Sommerpause nicht viel ändern können. Teamkollege Valentino Rossi stand zuletzt zwar regelmäßig auf dem Podium, ist aber kein Fan vom Kurs in Indianapolis, der den Honda-Piloten deutlich mehr liegt als den Yamaha-Piloten.

Nur 2008, im Debütjahr des Indianapolis-Grand-Prix, gewann "Vale" in Indy. Ein Jahr später triumphierte Lorenzo. Seit 2010 gibt Honda in Indianapolis den Ton an. Pedrosa gewann 2010 und 2012. Casey Stoner gewann in seinem WM-Jahr den Grand Prix auf dem Traditionskurs. Ob Yamaha bereits das in Brünn getestete Getriebe einsetzen wird, haben die Japaner noch nicht verraten. Nach wie vor drängen nur wenige Erkenntnisse vom Test in Tschechien nach außen.

"Wir kommen zurück in die USA und starten in die zweite Hälfte des Jahres, die vermutlich die härtere sein wird", bemerkt Weltmeister Lorenzo. "Nach Laguna Seca konnte ich mich einige Tage lang erholen. Dann ging es nach Brünn zu einem Privattest mit Yamaha. Diese beide Tage ermöglichten mir, meinen Gesundheitsstand zu überprüfen. Ich bin ein bisschen geschafft, weil ich mich nach den beiden Stürzen in Assen und am Sachsenring nicht erholen konnte."

Wie stark ist Lorenzo?

"Nun müssen wir eine recht lange Periode mit drei aufeinanderfolgenden Rennen absolvieren. Ich fühle mich ein bisschen besser als in Laguna, benötige aber noch immer Zeit, um komplett fit zu werden. Es wird nicht einfach, weil der Kalender sehr voll ist und wir kämpfen müssen, damit wir keine Punkte verlieren", erklärt der Spanier. "Trotz der Umstände versuchen wir in Indy unser Bestes zu geben."

"Ich habe tolle Erinnerungen an Indianapolis und bin froh, wieder auf meiner M1 zu sein, auch wenn es nicht gerade meine Lieblingsstrecke ist", berichtet Teamkollege Rossi. "Ich benötigte den Urlaub, um meine Batterien wieder aufzuladen, auch wenn wir zwischendrin zwei Tage zum Testen hatten. Indianapolis ist das erste von drei aufeinanderfolgenden Rennen. Es ist wichtig, bei allen Rennen gute Ergebnisse zu erzielen."

"Mein Team und ich haben noch immer viel Arbeit an der M1 zu tun. Deswegen werden es drei anstrengende Wochen, doch ich fühle mich bereit für diese Herausforderung", so der Italiener. Teammanager Wilco Zeelenberg sorgt sich nach wie vor um den Zustand von Lorenzo. Gleichzeitig vermeidet Zeelenberg, Details des Brünn-Tests zu enthüllen.

Keine Details zum neuen Getriebe

"Wir hatten eine kleine Pause, die durch den kleinen Test in Brünn unterbrochen wurde. Wir überprüften einige Probleme", schildert der Yamaha-Teammanager. "Der Test war nicht schlecht, weil unsere Fahrer mit den Ergebnissen zufrieden waren und Jorge gute Arbeit leistete. Am ersten Tag hatte er zu kämpfen, einen Rhythmus zu finden. Doch am zweiten Tag verbesserte er sich stark und war schnell."

"Der Test war sehr wichtig für Jorge, um seinen Gesundheitszustand nach einem anstrengenden Monat zu überprüfen, bei dem er sich zwei schwere Verletzungen am Schlüsselbein zuzog und in zehn Tagen zwei Mal operiert wurde. Jorge hat durch den Test mehr Vertrauen und reist nun mit einem guten Gefühl in die USA", bemerkt Zeelenberg. "Der Kurs ist nicht gerade einer von den Lieblingskursen der Yamaha. Wir hoffen, dass die Arbeit, die wir in Aragon und Brünn geleistet haben, uns in der zweiten Saisonhälfte helfen wird."

"Ich denke, wir befinden uns für Indy in einer guten Verfassung", prognostiziert Teamdirektor Massimo Meregalli. "Nach dem Test in Brünn konnten wir beim Basissetup weitere Verbesserungen erzielen. Das war durchaus positiv. In der Vergangenheit hatten wir in Indy Probleme, doch ich denke, dass es in diesem Jahr anders aussehen könnte. Beide Fahrer hatten einen guten Test und sind sehr optimistisch. Jorge ist noch nicht komplett fit, doch er fühlt sich deutlich besser und kann in guter Form gegen die anderen Piloten kämpfen. Wir freuen uns, am Freitag auf die Strecke zu gehen und das erste Training anzugehen."

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