Yamaha-Satellitenpilot Cal Crutchlow ist in diesem Jahr stärker als je zuvor © Tech 3

Der Aprilia-Werkspilot Sylvain Guintoli lobt die Anpassungsfähigkeit von Cal Crutchlow und betont, dass sich der Brite seinen Stil dennoch beibehalten hat

Das richtige Gefühl für das Motorrad ist extrem wichtig, wenn man an der Weltspitze um Siege kämpfen möchte. Das weiß auch Sylvain Guintoli, der die Fahrerwertung der Superbike-WM momentan anführt. "Man muss sich sein Gefühl erarbeiten. Während der Saison kann man nicht viel Trainieren. Es ist schwierig, Zeit für Änderungen zu finden. Wenn man beginnt, in den Trainings Dinge zu ändern, kann man dadurch langsamer werden und das Vertrauen verlieren", schildert er gegenüber 'Crash.net'.

Cal Crutchlow ist für Guintoli ein gutes Beispiel, wie man den Fahrstil von Klasse zu Klasse anpassen muss. Crutchlow kam über die Supersport- und Superbike-Weltmeisterschaft in die MotoGP und ist spätestens seit 2013 einer der Spitzenpiloten. "Er konnte sich an die Motorräder sehr gut anpassen", lobt Guintoli. "Er fährt anders als zu Beginn seiner MotoGP-Karriere. Er hat versanden, effizienter zu fahren."

"Seinen radikalen Stil hat er aber beibehalten", betont Guintoli. "Er bremst spät, ist aggressiv und seine Position auf dem Motorrad ist ähnlich. Er ist aber besser mit dem Motorrad verwachsen. Er hat seinen Stil nicht geändert. Er hat nur Änderungen vorgenommen, um besser mit dem Motorrad zu arbeiten." Crutchlow steigerte seine Leistungen in der MotoGP konstant. Nach Platz 13 in der Debütsaison beendete er das Vorjahr als Siebter. In der laufenden Saison liegt er auf Position fünf.

"Wenn man auf dem Motorrad zu sehr nachdenkt, was man eigentlich tut, dann wird man langsamer. Wenn man schnell sein will, muss man locker sein das Motorrad fühlen. Ich habe mehr Spaß, wenn ich schneller fahre", berichtet Guintoli, der erkennt, wenn andere Fahrer diesen Rhythmus gefunden haben. "Es gibt Fahrer, die einem diese Momente biet.en. Man kann fühlen, dass der Pilot voll dabei ist. Diese Momente sind toll. Das jüngste Beispiel dafür war Marc Marquez in Laguna Seca", erklärt er und weist auf das Manöver gegen Valentino Rossi hin: "Ich bin mir zu 100 Prozent sicher, dass er am Donnerstag vorher sich die Kurve ansah und wusste, was er tut. Er wusste es. Es war Vorsatz."

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