Die Reifen von Bridgestone haben ein schmales Temperaturfenster © LCR

Die gute Haftung der MotoGP-Einheitsreifen wird nach wie vor vom Aufwärmverhalten überschattet - Kevin Schwantz kritisiert die Charakteristik der Pneus

Die Bridgestone-Reifen in der MotoGP sind für Neulinge oder Ersatzpiloten meist die größte Hürde. Die Charakteristik der Pneus aus Japan ist verglichen mit Reifen anderer Serien sehr speziell. Besonders das Aufwärmverhalten sorgt bei unerfahrenen Piloten für Überraschungen. Doch auch erfahrene Piloten wurden Opfer der sensiblen Reifen. Ex-Racer Kevin Schwantz findet kritische Worte für die Reifen der Königsklasse.

"Die Bridgestones sind sehr temperaturempfindlich. Wenn man einer der schnellen Jungs ist, auf die Strecke geht und dann richtig Gas gibt, ohne auf andere Rücksicht zu nehmen, dann sind sie toll. Doch sie sind kein Sprungbrett für die jungen Piloten, die lernen müssen und für die CRT-Bikes, die den Führenden aus dem Weg gehen wollen, um nicht jemanden zu verärgern", stellt Schwantz im Gespräch mit 'Racer.com' klar.

"Jedes Mal, wenn ein Wildcard-Pilot fährt oder wenn ein Fahrer einen Stammpiloten ersetzt, der sich verletzt hat, braucht der neue Fahrer ein komplettes Wochenende, um die Reifen zu verstehen. Das ist nicht richtig". betont Schwantz. "Es sollte darum gehen, das Motorrad kennenzulernen. Es scheint, als ob die Reifen für die Elite gebaut wurden und der Rest versucht, sie zum Arbeiten zu bringen."

"Doch jetzt sind sie so spitz geworden, dass auch die Spitzenfahrer Probleme haben, wenn sie nicht sofort richtig Gas geben, wenn sie die Boxengasse verlassen", kritisiert der ehemalige 500er-Weltmeister, der aber auch Vorteile erkennt: "Die Bridgestones sind gut, wenn sie einmal auf Temperatur sind. Und auch in den Rennen sind sie gut. Die Haftung ist beeindruckend. Und auch die Schräglagen sind unglaublich. Wir konnten Schräglagen über 60 Grad sehen."

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