Hayden weiß, dass die Ducati sich nicht mit den anderen Bikes vergleichen lässt © Ducati

Nicky Hayden glaubt, dass die Erfahrungswerte der Ducati-Neuzugänge bei der Arbeit mit der Desmosedici nicht unbedingt helfen müssen

Ducati wird in der kommenden Saison mit vier ähnlichen Motorrädern an den Start gehen und sich damit von der klassischen Werks- und Satelliten-Konfiguration trennen. Neben dem Werks-Team wird auch das Pramac-Team zwei Desmosedicis in Werks-Spezifikation erhalten und damit das Junior-Team der Italiener bilden. Mit Ben Spies hat man einen routinierten Piloten verpflichtet. Zudem wird Andrea Iannone für frischen Wind sorgen.

"Ich denke, dass es aus Ducatis Sicht ein cleverer Zug war. Je mehr Daten wir haben, umso besser ist es. Sicher bedeutet es auch mehr Arbeit, weil man für vier Motorräder Teile bringen muss", analysiert Werks-Pilot Nicky Hayden, der noch mindestens eins Jahr für Ducati in der MotoGP fahren wird. Der US-Amerikaner und Valentino Rossi mussten sich in der laufenden Saison einige Mal mit Hector Barbera um die Positionen balgen, obwohl der Spanier nur das Kundenmotorrad zur Verfüung hat.

"Der Unterschied zwischen der Werksmaschine und dem Satelliten-Bike ist jetzt schon ziemlich gering. Er ist geringer, als manche denken. Die Ingenieure des Satelliten-Teams kommen vom Werk. Sie kommen aus einem Truck. Es macht Sinn, alle auf einem Motorrad zu haben", stellt Hayden klar. "Im Moment gibt es keine Geheimnisse zwischen den Ducati-Fahrern. In dem Ingenieur-LKW sitzen alle Ingenieure nebeneinander. Die Daten sind für alle zugänglich. Es gibt keine Geheimnisse."

Dennoch wird die Zusammenarbeit in der kommenden Saison weiter ausgebaut werden, um die GP13 zu einem Siegermotorrad zu machen. Dabei helfen soll auch die Erfahrung von Ex-Superbike-Weltmeister Spies, der nach drei Jahren bei Yamaha eine neue Herausforderung sucht. Hayden begrüßt die Verpflichtung seines Landsmannes: "Wenn man zwei junge Fahrer verpflichtet, ist es ziemlich riskant."

Doch ob die neuen Markenkollegen, vor allem Spies und Andrea Dovizioso, ihre Erfahrungen bei Ducati auch in Erfolge umwandeln können, bezweifelt Hayden: "Sicher ist es interessant, vor allem bei der Elektronik, zu wissen, in welche Richtung die anderen Fahrer gehen. Sie sind aber nicht so sehr in die Hardware involviert. Es gibt sicher viele Dinge, die den Fahrern nicht gesagt werden."

"Aber mit Sicherheit haben sie ein Gefühl für diverse Dinge und wissen, was funktioniert und was nicht. Doch man muss da sehr vorsichtig sein. Wir wissen, dass die Ducati sehr eigen ist. Das ist etwas, was JB (Jeremy Burgess; Anm. d. Red.) erfahren mussten", erinntert Hayden. "Sie haben versucht, das Motorrad wie die Honda einzustellen. Sie wollten Dinge ändern, die bei der Honda und der Yamaha funktioniert haben."

"Das Problem ist, dass die Ducati ein komplett anderes Motorrad ist. Das ist auch für die Fahrer ein Problem. Man kann das Motorrad ein bisschen anpassen, doch viel mehr muss man sich auf das Motorrad einstellen. Was bei den anderen Motorrädern funktionierte, muss also nicht unbedingt auch bei der Ducati funktionieren", warnt der Weltmeister von 2006.

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