Für Jeremy Burgess sollten dir Motoren kleiner und nicht größer werden © Ducati

Valentino Rossis Crewchief Jeremy Burgess kritisiert die Anhebung des Hubraumlimits in der MotoGP - Kleinere Motoren sind für ihn der richtige Weg

Das Thema "Downsizing" spielt im Motorsport seit einigen Jahren eine immer wichtigere Rolle. Dem Trend bei den Straßenfahrzeugen folgend, setzen immer mehr Rennserien auf kleinere, effizientere Motoren. Nicht so jedoch die MotoGP, wo in diesem Jahr aufgerüstet wurde. Statt bisher 800ccm dürfen die Motoren ab dieser Saison über einen Hubraum von 1.000ccm verfügen. Diese Entscheidung kann Jeremy Burgess in keiner Weise nachvollziehen.

Gegenüber der Zeitung 'The Advertiser' findet der Crewchief von Valentino Rossi deutliche Worte: "Es war ein Aberwitz, das Hubraumlimit wieder auf 1.000ccm anzuheben. Wir bauen jetzt Auto-Motoren in ein Motorrad", sagt der Australier, der sich in erster Linie Sorgen um die Sicherheit macht: "Auf den schnellen Rennstrecken werden die Fahrer im Windschatten bis zu 360 km/h erreichen."

Vor der Saison 2007 wurde der Hubraum von 990 auf 800ccm gesenkt. Damit sollten unter anderem die Höchstgeschwindigkeiten gesenkt werden, was jedoch nicht gelang. So stellte Dani Pedrosa 2009 in Mugello mit 349,288 km/h einen neuen Rekord auf. Gleichzeitig stiegen durch die leichteren Motorräder die Kurvengeschwindigkeiten an, wodurch der von der FIM gewünschte Sicherheitsgewinn verpuffte.

Die aktuelle Anhebung des Hubraumlimits geschah auch auf Wunsch der Hersteller, die in einem 1.000ccm-Motor eine höhere Serienrelevanz erkennen. Burgess bestreitet jedoch, dass alle Beteiligten mit den neuen Regeln glücklich sind: "Ich arbeite nun seit 33 Jahren in Europa, aber zum ersten Mal mache ich mir ernsthafte Sorgen um die Zukunft des Grand-Prix-Sports. Und ich weiß, dass es einigen anderen Teamchefs und Herstellern ähnlich geht."

Der Australier sieht im neuen Reglement auch keinen technologischen Anreiz für die Hersteller: "Sie haben in der Vergangenheit bereits 1.000ccm-Motorräder entwickelt." Den Trend zum Downsizing sei laut Burgess auch in der MotoGP der richtige Weg. "Würden die Reglen verlangen, mehr Leistung aus einem kleineren Motor herauszuholen, wäre es auch für die Hersteller interessanter."

Burgess spricht sich daher für ein Hubraumlimit von 600ccm aus. Seiner Ansicht nach könnten dann die nationalen Supersport-Meisterschaften, in denen ebenfalls 600ccm-Motorräder gefahren werden, als Nachwuchsklasse für die MotoGP dienen. Was in diesem Falle allerdings mit der Moto2 geschehen solle, wo ebenfalls 600ccm-Motoren eingesetzt werden, ließ der Australier offen.

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