Randy de Puniet war in Jerez nahe an den reinrassigen Prototypen dran © Aspar

Aspar-Teamchef Jorge Martinez sieht großes Potenzial im Claiming-Rule-Motorrad von Aprilia - Mit weicheren Reifen könnte man einige Prototypen schlagen

Bei den abschließenden Wintertestfahrten in Jerez hat sich gezeigt, dass die ART von Aprilia in den Händen von Randy de Puniet das schnellste Motorrad nach der neuen Claiming-Rule ist. Der Franzose von der Aspar-Mannschaft kam den Prototypen nahe und konnte sogar die Ducati-Privatiers Hector Barbera und Karel Abraham schlagen. Dennoch will Teamchef Jorge Martinez, der im Vorjahr noch einen Ducati-Prototypen eingesetzt hat, den Ball flach halten. "Wir wissen, dass wir technisch ein großes Potenzial haben, aber ich glaube nicht, dass wir den Fehler machen und unsere Ziele anpassen sollten."

"Wir sollten nicht Prototypen der Werks- oder Satellitenteams angreifen wollen. Wir möchten das beste CR-Team sein", wird Martinez von 'MotoMatters.com' zitiert. "Wir sind bereits einigen Kundenteams nahe gekommen und es gibt eine realistische Chance, sie manchmal zu schlagen. Das Aspar-Team muss sich aber darauf konzentrieren, das beste CRT-Motorrad zu haben. Natürlich haben wir Potenzial, aber technische Evolution ist jetzt noch nicht unser Ziel."

Erst in den Rennen wird sich herausstellen, wie sich die CRT-Motorräder im Vergleich zu den Prototypen verhalten. Eine schnelle Runde ist eine Sache, aber im Zweikampf könnten die unterschiedlichen Motorkonzepte für Unterschiede sorgen. Aufgrund der geringeren Leistung könnten die CR-Fahrer im Zweikampf einen Nachteil haben, weil ihnen die Kraft und das Drehmoment fehlt. Das ist natürlich auch von der Streckencharakteristik abhängig.

Deswegen möchte Martinez auch abwarten, wie sich die Saison entwickeln wird. "Rennfahren ist anders als Testarbeit. Die ersten drei Rennen werden uns einen realistischeren Eindruck über die CRT-Motorräder geben." Dorna-Boss Carmelo Ezpeleta hält sich auch Maßnahmen vor, um die neuen Motorräder konkurrenzfähiger zu machen. Wo könnte man ansetzen? "Wenn es weichere Reifen geben würde, dann kann unsere Aprilia einige MotoGP-Prototypen schlagen", ist Martinez überzeugt.

Bridgestone liefert allen Fahrern aber die gleichen Pneus. Es gibt keine unterschiedlichen Konstruktionen oder Mischungen für die unterschiedlichen Motorradkonzepte. Speziell auf finanzieller Seite hat sich die Claiming-Rule für Martinez ausgezahlt. Die genauen Effekte wird man aber auch erst über die Saison gesehen beurteilen können. "Es ist noch zu früh, um die Vorteile zu sehen. Wir müssen erst herausfinden, wie es um die Zuverlässigkeit der Motoren und der Ersatzteile bestellt ist.

"Generell kostet das Motorrad aber weniger als wenn man einen Prototypen least. Es ist nicht einfach das zu beantworten, aber ich sehe zwei Vorteile. Der Preis ist um 30 bis 40 Prozent niedriger als die Leasingraten im Vorjahr. Zweitens werden die Motorräder am Saisonende Eigentum des Teams. Beim Leasingsystem muss man es ans Werk zurückgeben, was es sehr schwierig macht."

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