Die Fahrer in der Moto3 gehen momentan sehr entschlossen ans Werk © FGlaenzel

Die Stimmung in der Moto3 droht zu eskalieren: Jack Miller beschwert sich über das Verhalten im Qualifying, teilt im Frankreich-Rennen aber selbst gut aus

Die Moto3 sorgt auch in der laufenden Saison für spannenden Rennsport. Beim Rennen in Le Mans wurden die Top 10 von gerade einmal 2,2 Sekunden getrennt. Mit einer halben Sekunde Rückstand verpasste man bereits einen Podestplatz. Doch die Stimmung unter den Fahrern ist momentan alles andere als rosig. Das Verhalten im Qualifying verursacht bei einigen Piloten für Frust. Und auch die Aggressivität in den Rennen sorgt für Gesprächsbedarf.

KTM-Werkspilot Jack Miller beschwerte sich bei den vergangenen Rennen über die rüpelhafte Fahrweise von VR46-Pilot Romano Fenati, der die Rennen in Rio Hondo und Jerez gewann. In Le Mans ärgerte sich Miller über das Verhalten seiner Gegner im Qualifying: "Es herrschte sehr viel Verkehr. Ich hatte einen guten Rhythmus, kam aber immer wieder in den Verkehr", bemerkt er nach dem Qualifying.

Auf seiner schnellsten Runde wurde Miller durch langsam fahrende Gegner behindert, die auf ein schnelles Hinterrad warteten. "Es ist ein Witz, um ehrlich zu sein. Die Verantwortlichen sagen immer wieder, dass sie etwas dagegen unternehmen wollen. Doch am Ende machen sie nichts", schimpft der KTM-Werkspilot. "Doch so ist das nun einmal. Ich habe alleine in den beiden finalen Kurven sieben Motorräder überholt. Wenn man auf seiner schnellsten Runde ist und ein Fahrer in der Mitte fährt und zwei weitere die Ideallinie versperren, dann ist das ein Witz."

"Es wird nicht mehr lange dauern, bis es einen schweren Unfall gibt", prognostiziert Miller im Gespräch mit 'MotoGP.com'. "Warten wir ab, was passiert." Im Rennen drehte der Australier den Spieß rum. In der letzten Runde des Frankreich-Grand-Prix drängte er RTG-Pilot Efren Vazquez von der Linie und gewann das Rennen. Vazquez fiel bis auf Platz sechs zurück und ärgerte sich über Millers Manöver.

"Ich versuchte, um den Sieg zu kämpfen. Jack überholte mich in der Schikane, doch dann musste er eine weite Linie wählen. Dabei verlor er sehr viel Tempo. Ich wollte eigentlich gar nicht vorbeigehen, doch er verlor seine Position. Als ich neben ihm war, machte er die Linie komplett zu", schildert der Honda-Pilot den Vorfall. "Hätte ich nicht gebremst, wären wir beide gestürzt."

"Ich verlor durch diese Aktion wichtige Punkte für die Meisterschaft. Wir müssen abwarten, was passiert. Doch ich erwarte nicht, dass irgendjemand etwas sagt", erklärt Vazquez. "Es ist zu riskant. Ich versteh nicht richtig, was im Kopf des Fahrers vor sich geht. Wir müssen abwarten, wie wir uns bei den anstehenden Rennen verhalten. Es scheint, als ob manche Fahrer in den Rennen ihr Gehirn ausschalten."

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