Jack Miller setzte die KTM-Siegesserie in der Moto3 fort © KTM

KTM-Werksfahrer Jack Miller schlägt in Le Mans die versammelten Honda-Fahrer und vergrößert mit seinem dritten Saisonsieg seine WM-Führung

Die Siegesserie von KTM geht in der Moto3 weiter: Seit 30 Grands Prix sind die Österreicher ungeschlagen, obwohl in Frankreich ein Honda-Sieg in der Luft lag. Alex Rins und Efren Vazquez hatten Chancen auf den Sieg, doch am Ende jubelte Jack Miller. Der Australier kämpfte wie ein Löwe, denn auf den Geraden war seine KTM unterlegen. Schließlich setzte sich Miller im Zweikampf gegen Vazquez durch und feierte seinen dritten Saisonsieg. Rins und Isaac Vinales (KTM) komplettierten das Podest.

"Das Motorrad hat wirklich gut funktioniert. Efren hatte auf der Geraden die Geschwindigkeit, aber ich konnte in seinem Windschatten bleiben und Rins und Marquez überholen", sagt Sieger Miller zu seinem Rennen. "Ich bin wirklich glücklich damit, wie das Motorrad funktioniert hat. Ich kann mich eigentlich über nichts beschweren, es war ein wunderbares Rennen. Es war ein grandioses Finale. Es ist immer toll, einen Kampf zu gewinnen, und so zu siegen war wirklich gut."

Vizeweltmeister Rins eroberte mit Rang zwei seinen ersten Podestplatz in diesem Jahr. "Ich bin sehr glücklich mit dem zweiten Platz", freut sich der Honda-Pilot. "Zu Beginn des Rennens habe ich versucht, hart zu pushen, um eine Lücke zu der anderen Gruppe herauszufahren. Aber später hat Efren wirklich hart gepusht. Wir hatten den gleichen Rhythmus, aber später hat er mich dann überholt. Jetzt bin ich sehr glücklich mit dem zweiten Platz. Es war sehr wichtig für mich und mein Team und natürlich auch für die Weltmeisterschaft."

Beim Start kam Miller zunächst perfekt weg, aber im Windschatten zur ersten Kurve überholte Vazquez. Aus der ersten Schikane kam allerdings wieder Miller als Führender heraus. Am Ende der ersten von 24 Runden führte Miller vor Vazquez, Rins und Alexis Masbou (Honda). Romano Fenati (KTM) war weiterhin nur Elfter. Schon in den ersten Runden bildete sich eine dreiköpfige Spitzengruppe aus Miller, Vazquez und Rins. Das Trio lieferte sich einen herzerfrischenden Dreikampf mit zahlreichen Überholmanövern. Dadurch konnten sie den Verfolgern nicht wegfahren.

Somit lag in der ersten Rennhälfte eine siebenköpfige Gruppe beisammen an der Spitze. Im Duell Honda gegen KTM hatten die Honda-Fahrer eine bessere Beschleunigung, während Miller seine Manöver in den Kurven setzte. Am Ende der achten Runde kam es zwischen Marquez und Vazquez in der Zielkurve zu einer Berührung. Nach einem Fehler von Marquez verbremste sich Vazquez in der Zielkurve, berührte leicht das Hinterrad von Marquez und fuhr geradeaus.

Dadurch verlor der Spanier einige Positionen, während sich Rins in diesem Chaos die Führung schnappte und plötzlich knapp zwei Sekunden Vorsprung hatte. Dahinter kämpften Marquez, Vinales, Miller und Vazquez um die weiteren Plätze. Im letzten Renndrittel konnte Vazquez Miller schließlich einholen. Vier Runden vor dem Ende übernahm Vazquez auch die Führung.

Spannende Schlussphase

Zwei Runden vor Rennende war die große Gruppe wieder beisammen und Miller bremste sich an den beiden Honda-Fahrer vorbei und lag wieder vorne. Vazquez startete die letzte Runde in Führung liegend, doch Miller drückte sich in der Dunlop-Schikane wieder vorbei. Miller und Vazquez lieferten sich ein enges und hartes Duell. In der "S du Garage Bleu"-Kurve schnitt der Australier von außen in die Linie, Vazquez musste aufmachen, kam weit und verlor mehrerer Positionen.

Auf den letzten Metern klemmte sich Rins an das Hinterrad von Miller, doch er konnte nicht überholen. Miller fuhr als Erster ins Ziel und holte sich den Sieg. Rins und Vinales kamen direkt dahinter über die Linie. VR46-Pilot Francesco Bagnaia (KTM) verpasste als Vierter das Podest knapp. Vazquez kam hinter Marquez als Sechster ins Ziel und machte Miller in der Auslaufrunde unmissverständlich klar, dass er mit dessen Manöver nicht zufrieden war.

Masbou und Jakub Kornfeil (KTM) komplettierten die Top 10. Zulfahmi Khairuddin (Honda) sah die karierte Flagge allein fahrend als Elfter. In der nächsten Verfolgergruppe ab Platz zwölf setzte sich Miguel Oliveira (Mahindra) gegen Danny Kent (Husqvarna) und Brad Binder (Mahindra) durch. Der Deutsche Philipp Öttl (Kalex-KTM) sammelte als 15. den letzten WM-Punkt. Luca Grünwald (Kalex-KTM) eroberte als 18. sein bestes Ergebnis in diesem Jahr.

Es gab zahlreiche Ausfälle. Darunter war auch Fenati, der seine KTM sechs Runden vor dem Ende mit technischem Defekt an der Box abstellen musste. Dadurch vergrößerte Miller seinen WM-Vorsprung auf den Italiener auf 30 Punkte. Weitere Ausfälle waren Niklas Ajo, Alessandro Tonucci, Niccolo Antonelli, Karel Hanika, Jules Danilo und Juanfran Guevara. Der nächste Grand Prix findet am 1. Juni in Mugello (Italien) statt.

Weiterlesen